Bank & Rau: „Tying the Knot“, 2016, Installation aus verschiedenen Materialien. Foto: Ulrike Brinkmann

Bank & Rau: „Tying the Knot“, 2016, Installation aus verschiedenen Materialien. Foto: Ulrike Brinkmann

21.05.2018

Stiftung Christliche Kunst zeigt dänische „Thesen“-Werke

Zeitgenössische Kunst im Dialog mit der Reformation

Wittenberg (WiSo). Die in Dänemark mit circa 60.000 Besuchern erfolgreiche Ausstellung „Thesen. Dänische Gegenwartskünstler im Dialog mit der Reformation“ wird ab dem 25. Mai in den Ausstellungsräumen der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg im Schloss sowie in der Schlosskirche und Stadtkirche St. Marien gezeigt. 

Die Eröffnung findet um 17 Uhr in der Stadtkirche im Beisein von Friis Arne Petersen statt, Botschafter des Königreichs Dänemark in Deutschland. Ihre Majestät Königin Margrethe II. von Dänemark ist Schirmherrin der dänischen Jubiläumsfeierlichkeiten und dieser Ausstellung, die Königlich Dänische Botschaft in Berlin Partner der Ausstellung in Wittenberg. 

Zuvor war diese Wanderausstellung, die im Rahmen der Reformationsfeierlichkeiten von der Regierung Dänemarks initiiert wurde, bereits in Kopenhagen, Toreby, Ribe und Lemvig zu sehen.

„Wittenberg ist die einzige deutsche Stadt, in der die Ausstellung gezeigt wird und gleichzeitig ihr Endpunk“, erklärt Jutta Brinkmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Christliche Kunst. Derart bedeutende Expositionen seien normalerweise großen Kunstmuseen in den Metropolen vorbehalten, die dänischen Partner wollten aber von Anfang an eine Zusammenarbeit mit der Lutherstadt.

Mit „Thesen“ kommt nach der sehr erfolgreichen „Luther und die Avantgarde“-Ausstellung im vergangenen Jahr wieder moderne Kunst in die Lutherstadt. Für die Exposition wurden 25 zeitgenössische dänische Künstler eingeladen, über die Reformation und deren Bedeutung zu reflektieren. Herausgekommen ist eine vielschichtige Ausstellung, die sich kritisch mit der Person Martin Luthers auseinandersetzt, gesellschaftliche und soziale Gegebenheiten hinterfragt und die Bedeutung der Reformation für die moderne, globalisierte Welt auslotet.

Die ausgestellten Arbeiten entstanden extra für diese Ausstellung. Zudem bietet die Exposition einen einmaligen Einblick in die aktuelle dänische Kunstszene: „Eine solche Überblicksschau gab es seit Jahrzehnten nicht in Deutschland“, betont die Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Brinkmann, die den Ausstellungskatalog ins Deutsche übersetzt hat.

Jeder der beteiligten Künstler ist entweder von der Person Luthers, dessen 95 Thesen, einer geeigneten Bibelstelle oder seinen eigenen Überlegungen ausgegangen und hat in seinem bevorzugten Medium eine oder mehrere Arbeiten geschaffen, die den für ihn wichtigsten Aspekt der Reformation in den Mittelpunkt stellen. 

Das Themenspektrum reicht dabei von feministischen Annäherungen, wie sie zum Beispiel die Installation von Karin Lorenzen zeigt, bis hin zu kritischen Verweisen auf gesellschaftliche Unruhen und Umbrüche, wie in der komplexen Skulptur Martin Erik Andersens, die auf den Bauernkrieg verweist. Es werden die positiven Effekte der Reformation, wie der Befreiung des Einzelnen von der Kirche, genauso thematisiert (Ulrik Møller), wie die negativen Folgen der Ablehnung Andersdenkender durch den Antisemiten Luther (Sophia Kalkau). 

Gemeinsam ist allen Werken der Bezug zur heutigen Zeit – sei es der Verweis auf einen hektischen Alltag, den umsichgreifenden Perfektionierungswahn oder auch auf dramatische Flüchtlingsströme. Rückzüge in die Natur (Janne Klerk), in spirituelle Räume (Trine Søndergaard) und die Aufforderung zur christlichen Nächstenliebe (Viera Collaro) können an dieser Stelle Lösungsansätze bieten. 

Katalog und Programm 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog sowohl in dänischer als auch in deutscher Sprache im Verlag Wunderbuch, Skive, mit Essays von Henrik Wivel und Lisbeth Bonde. Zudem werden alle gezeigten Arbeiten vorgestellt und in den von Lisbeth Bonde geführten Interviews kommen die Künstler selbst zu Wort. Dagmar Warming ist als Projektleiterin verantwortliche Redakteurin des Katalogs sowie verantwortlich für das Fundraising. Die deutschen Übersetzungen stammen von Ulrike Brinkmann, Leipzig. 

Am Mittwoch, dem 13. Juni, gibt es um 19 Uhr ein Künstlergespräch mit Lise Harlev, Ulrik Møller und Peter Linde Busk im Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstraße 1, in Berlin. 

Hinweis 

Öffentliche Führungen werden an jedem ersten Samstag im Monat um 11 Uhr sowie nach Vereinbarung angeboten. Treffpunkt ist die Stiftung Christliche Kunst Wittenberg im Schloss. Die Ausstellung ist bis zum 2. September 2018 zu sehen.




Video

Oberbürgermeister Zugehör

mehr Videos

Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör
Keine Angst – uns geht es gut
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark

Videos Politik

Bürgerforum Coswig
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 1
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 2

Videos Kultur

Neue Liedertour mit Karl Neukauf
75 Jahre Saxophone Joe
Alaris Schmetterlingspark.m4v
Dicke Luft und kein Verkehr - Der Zoff geht weiter
Jukebox im Clack Theater Wittenberg

Videos Auto

Volvo XC40 Winter-Testfahrten


Wittenberger Sonntag Verlags GmbH, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: