Die Historische Stadtwache Wittenberg e.V. mit dem Luther-Paar 2017 (Bernhard Naumann, Katja Köhler) sowie weiteren Stadtfest-Mitwirkenden vor dem Katharinen-Portal des Lutherhauses.

Die Historische Stadtwache Wittenberg e.V. mit dem Luther-Paar 2017 (Bernhard Naumann, Katja Köhler) sowie weiteren Stadtfest-Mitwirkenden vor dem Katharinen-Portal des Lutherhauses.

19.05.2018

Stadtfest, Staatsbesuche, Stadtführungen: Immer im Einsatz

Wittenbergs Historische Stadtwache feiert ihren 20. Geburtstag

Wittenberg (wg). Ihre Bühne ist die gesamte Lutherstadt, als deren Aushängeschild sich die Stadtwächter sehen: Nicht nur das Stadtfest „Luthers Hochzeit“ wäre ohne sie undenkbar, auch bei anderen Feierlichkeiten wie Töpfermarkt und Reformationsfest sind sie präsent, ebenso bei offiziellen Anlässen. 

Im Jahr des Reformationsjubiläums und auch 2016 waren die Stadtwächter besonders gefragt, sie begleiteten den damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck durch den Luthergarten, ebenso dessen Nachfolger Frank-Walter Steinmeier samt diplomatischen Korps beim Besuch in der Lutherstadt, sie waren dabei, als die Königspaare aus den Niederlanden und Schweden hier waren, dito bei den Visiten der dänischen Königin Margrethe II. 

„Die Herren vom Bundeskriminalamt begrüßen mich schon per Du“, schmunzelt Jürgen Donde, seit März 2006 erster Vorsitzender der Historischen Stadtwache Wittenberg e.V. 2002 stieß er zum Verein und zahlte gleich bei seinem ersten Auftritt Lehrgeld: Bei der Taufe eines ICE auf den Namen „Lutherstadt Wittenberg“ vergaß er, die Armbanduhr abzunehmen, ein klarer Verstoß gegen die Regeln, Armbanduhren waren im Mittelalter unbekannt, dafür war ein Kasten Bier fällig. 

Lob für die Vielfalt 

„2017 war ein tolles und für uns ereignisreiches Jahr mit vielen Erlebnissen, die man nicht missen möchte“, resümiert Donde und freut sich besonders über das Feedback bei den Touristen: „Viele Gäste zeigten sich angenehm überrascht, mit welcher Vielfalt an kulturellen Angeboten diese kleine Stadt aufwarten kann und jene, die Wittenberg von früher kennen, lobten die enorme positive Entwicklung.“ 

1994 trat die Stadt an den Wittenberger Karnevalsverein mit der Bitte heran, ob man in der narrenfreien Zeit nicht die Stadtwache darstellen wolle. Damals trug man rot-hellbraune Gewänder, eine Spende von den Filmstudios Babelsberg. „1998 erfolgte die Gründung als Verein, von den Gründungsmitgliedern ist heute keiner mehr dabei“, so Donde. 

Weil der damalige Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD) auf einen neuen Dienstwagen verzichtete, konnten neue, grün-rote Gewänder angeschafft werden, diese trägt die Stadtwache heute noch, ebenso Helme, Rüstungen und Hellebarden. Die Rüstungen hat ein ehemaliger Bühnenbildner der Staatsoper Berlin aus Glasfieber hergestellt und mit Ruß schwarz gefärbt. Gewänder und Ausrüstung werden gestellt – für Stadtwächter ebenso wie für die Waschweiber, die 2006 offiziell als Mitglieder aufgenommen wurden. 35 Mitglieder zählt der Verein aktuell, neue – auch Kinder und Jugendliche – sind jederzeit willkommen. 

 Von Neujahr bis Weihnachten  

Das umfangreiche Jahresprogramm der Stadtwächter begann mit dem Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters im Stadthaus und wird mit dem Weihnachtsmarkt der Vereine enden, dazwischen liegen viele offizielle Termine sowie Stadtführungen. Beim Zug Kaiser Karl V. vom Mühlberg nach Bleesern sind die Stadtwächter ebenso aktiv dabei wie beim Peter-und-Paul-Fest in Bretten. Mit der Stadtwache Bretten pflegen die Wittenberger Stadtwächter enge Kontakte, die Badenser leisteten Unterstützung bei der Ausrüstung und gaben Tipps zur Gestaltung des Vereinslebens.

Seit 2005 hat der Verein sein Domizil im Kellergewölbe des Alten Rathauses, wo sich früher die alte Ratsschänke befand. Beim n Margarethenfest in Bad Schmiedeberg werden die Wittenberger den historischen Festumzug anführen, das ist auch ihre Aufgabe beim großen historischen Festumzug „Luthers Hochzeit“ am Sonnabend gemeinsam mit den Brettenern. Außerdem begleiten sie am Freitag zur Eröffnung des Stadtfestes die aus dem Kloster Nimbschen entflohenen Nonnen vom Elstertor zum Marktplatz. Und erst wenn die Stadtwächter den Hochzeitskranz hochziehen, ist das Stadtfest offiziell eröffnet. 

Von 2013 bis 2017 waren Stadtwächter und Waschweiber auf dem Marktplatz neben dem Alten Rathaus präsent. In diesem Jahr aber wird der Markt nicht mehr historisch bespielt, sondern wie vor 2013 zur Bühne für Schlager und Pop, während der Arsenalplatz einen Rummel beherbergen soll. „Der mittelalterliche Charakter des Marktes hatte sich bewährt und ob das Stadtfest einen Rummel braucht, ist fraglich“, kritisiert Donde. 

2018 ist der Verein auf der Schlosswiese zu finden. „Wir wollen gemeinsam mit den anderen historischen Vereinen Spaß haben und diesen Spaß an die Gäste weitergeben“, berichtet Donde. Es werde auch viele spontane Aktionen geben, die nicht im Programmheft stünden. „Es geht uns nicht um Selbstdarstellung, vielmehr wollen wir die Gäste mitnehmen in die Historie unserer Stadt“, betont der Vereinsvorsitzende.

Feier beim Weinfest 

Im März 1998 wurde der Verein gegründet, im kalten März des Jahres 2018 wollten die Stadtwächter nicht feiern, dies haben sie auf das Weinfest-Wochenende im Juli verschoben: Dann wollen sie neben dem Alten Rathaus ihr Lager aufschlagen, befreundete Vereine einladen und interessierte Bürger können sich beim Tag der offenen Tür über die Historische Stadtwache und das Vereinsleben informieren.





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