Seit Abschluss der Renaturierung 1997 wird das 2,25 Meter tiefe Strandbad im Wittenberger Ortsteil Reinsdorf als Badegewässer genutzt. Es soll erhalten bleiben. Foto: Archiv

Seit Abschluss der Renaturierung 1997 wird das 2,25 Meter tiefe Strandbad im Wittenberger Ortsteil Reinsdorf als Badegewässer genutzt. Es soll erhalten bleiben. Foto: Archiv

04.05.2018

Verschiedene Maßnahmen sollen Wasserqualität verbessern

Der Sommer ist da - Strandbad Reinsdorf drohte Badeverbot

Wittenberg (wg). Tolles Wetter, sommerliche Temperaturen – da zieht es viele in die Freibäder. Allein 4.000 Menschen besuchten im vergangenen Jahr das naturnahe und idyllische Strandbad in Reinsdorf: Die traditionelle Eröffnung zum 15. Mai war indes gefährdet, weil die Gewässerqualität mit „mangelhaft“ bewertet wurde, drohte für 2018 ein Badeverbot.

Deshalb wurde am 22. März ein Antrag auf „changes“-Kennung beim Landesamt für Verbraucherschutz gestellt, diesem Antrag wurde am vergangenen Donnerstag stattgegeben, das Reinsdorfer Strandbad darf am 15. Mai (bis voraussichtlich 15. September) seine Pforten öffnen. Da keine Badeaufsicht gestellt werden kann, ist der Eintritt frei, der Kiosk bleibt mangels Pächter verwaist. 

„Reinsdorf ist der einzige Wittenberger Ortsteil, der über ein derartiges Naturbad verfügt“, erklärte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) beim freitäglichen Pressegespräch. Das drohende Badeverbot sei Sache des EU-Rechtes. Noch 2014 wurde die Wasserqualität mit „ausgezeichnet“ eingestuft, ein Jahr später war sie immerhin noch „gut“, dann folgten „ausreichend“ und 2017 schließlich „mangelhaft“, weil sich die bakteriologische Wasserqualität verschlechtert hatte. 

Da das Strandbad wie einige andere Badegewässer im Landkreis über EU-Regelwerk klassifiziert wird, erfolgt während der Badesaison eine regelmäßige Untersuchung der Qualität. „Die Ergebnisse werden an die EU weiter gemeldet“, erläuterte Ines Dörre, Gesundheitsaufseherin beim Landkreis Wittenberg. „Zum Ende einer Saison werden die vergangenen vier Jahre in ein Gesamtergebnis zusammengefasst, die Einstufung kommt von der EU.“ Für Reinsdorf bedeutete dies eben ein „mangelhaft“ und Badeverbot. 

In diesem Fall, so Dörre, könne ein „change“ beantragt werden, wenn der Betreiber sich verpflichtet, Maßnahmen durchzuführen, um die Ursachen für die verschlechterte Wasserqualität herauszufinden und diese zu beheben. „Wir haben bereits 2015 erste Maßnahmen eingeleitet, ohne aber die gewünschten Ergebnisse zu erzielen“, sagte Dörre. 900 Kubikmeter Frischwasser wurden zugeführt und erzielten einen positiven Effekt, allerdings ohne nachhaltige Wirkung. Weitere Laboruntersuchungen ergaben auch keine Hinweise. 

„Stadtverwaltung und untere Wasserbehörde des Landkreises entwickelten daraufhin gemeinsam Vorschläge zur Verbesserung der Wasserqualität“, berichtete Gabriela Günther, Fachbereichsleiterin Gebäudemanagement der Stadt. Erste Idee: Die Durchströmung des Badesees durch Umleitung des Krähebaches, wie sie bereits in den 60er und 90er Jahren praktiziert wurde. Ergebnis: Wegen des hohen finanziellen Aufwands wurde die Maßnahme verworfen, zumal auch Unklarheit über die Wasserqualität des Baches herrschte. 

Zweite Idee: Nutzung des Brunnens auf dem Gelände des Strandbades. Ergebnis: „Der Brunnen war in einem schlechten Zustand und nicht mehr nutzbar“, so Günther, „außerdem würde er das gleiche Grundwasser ziehen wie der Badesee.“ Drittens wurde überprüft, ab die sanitären Einrichtungen des Strandbades infolge undichter Abwasserleitungen Ursache sein könnten, dies war nicht der Fall.

Bleiben als Ursachen für die verschlechterte Wasserqualität drei Faktoren übrig: Der infolge des stark abgesenkten Grundwasserspiegels sinkende Wasserstand bei gleichzeitig hoher Besucherfrequenz und hohen Temperaturen. Zusätzlich könnten die Enten eine Rolle spielen, deshalb sollen sie täglich in ihrer Anzahl erfasst werden, um aus den fäkalen Einträgen Rückschlüsse ableiten zu können. 

„Wir haben mit den Stadtwerken vereinbart, dem Badesee monatlich 600 Kubikmeter Frischwasser mit Trinkwasserqualität zuzuführen“, erklärte Günther, die Mange könne bei Bedarf auf 1.000 Kubikmeter erhöht werden. Auch eine Begrenzung auf maximal 200 Badegäste pro Tag wird erwogen. 

Bereits seit Februar des Jahres werden zusätzliche monatliche bakteriologische und chemische Wasserproben entnommen. „Die bisherigen Werte sind alle topp, wir müssen sehen, wie sich das über die Badesaison hin entwickelt“, berichtete Dörre. Seit dem 22. März werden zusätzlich wöchentliche Pegelmessungen vorgenommen, einige Pflanzen entfernt. 

Bis zur Eröffnung des Strandbades am 15. Mai wird ein aus dem Ortschaftsbudget finanziertes Spielgerät aufgestellt, außerdem der alte Steg wegen Unfallgefahr demontiert, ein neuer kommt im Laufe der Saison. Auf den Volleyballplätzen wurde der Sand vom MTV ausgetauscht und in der kommenden Woche beginnen Reinigungseinsätze. „Wir wollen das Strandbad in Reinsdorf für die Bevölkerung erhalten“, betonte OB Zugehör.




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