Nach der Uraufführung von Ausschnitten aus dem Oratorium „Dübener Heide in vier Jahreszeiten“ mit dem Chor „Lyra“, dem Projektchor der HMT Leipzig sowie Solisten gab es viel Applaus und Anerkennung. Fotos: Wolfgang Gorsboth

Nach der Uraufführung von Ausschnitten aus dem Oratorium „Dübener Heide in vier Jahreszeiten“ mit dem Chor „Lyra“, dem Projektchor der HMT Leipzig sowie Solisten gab es viel Applaus und Anerkennung. Fotos: Wolfgang Gorsboth

29.04.2018

Eisenmoorbad feierte 140. Geburtstag im Jugendstilhaus

Die Kur als Motor der Region und Impulsgeber der Stadt

Bad Schmiedeberg (wg). „Bad Schmiedeberg ist der bedeutendste Kurstandort Sachsen-Anhalts und einer der bekanntesten Deutschlands“, lobte Ehrengast Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD), der als Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung am Samstagnachmittag die Grüße der Landesregierung aus Anlass der Festveranstaltung 140 Jahre Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg überbrachte. 

Die Entscheidung für Kur und Fremdenverkehr erfolgte 1878 aus einer Not heraus, als Garnisonsstadt war man abhängig vom Militär und mit dem Abzug des Königlich Magdeburgischen Dragonerregiments infolge einer Militärreform wurde die Idee geboren, aus städtischen Mitteln ein Moorbad einzurichten. „Ein gelungenes Bespiel für Innovation aufgrund äußeren Drucks“, urteilte der Minister, „man brauchte neue Wirtschaftskraft und Erwerbsquellen.“ 

Auch nach der Wende habe es innovativer Kraft zur Bewältigung der Herausforderungen bedurft und man habe diese gemeistert: „Leider sind wir bisweilen in Sachsen-Anhalt unfähig, stolz auf das Erreichte zu sein.“ Mit 480 Mitarbeitern sei die Kur größter Arbeitgeber der Stadt, die ganze Region profitiere vom Eisenmoorbad. 

Das Land habe die erfolgreiche Entwicklung tatkräftig mit Fördermitteln unterstützt. „Es waren sinnvolle Investitionen, weil sie zu den gewünschten Ergebnissen geführt haben“, so Willingmann, der ausdrücklich Kurdirektor Deddo Lehmann und seinem Vorgänger Siegfried Scholz für die geleistete Arbeit dankte. Weitere Investitionen in die gesundheitliche Prävention und in die Zukunftsfähigkeit des Kurstandortes seien erforderlich, auch, um den sich verändernden Bedürfnissen der Patienten und Gäste Rechnung zu tragen. 

Willingmann hatte vor seinem Besuch im Festsaal des Kurhauses in Pretzsch eine „Gartenträume“-Plakette für den dortigen Schloss- und Kurpark übergeben, eine solche gab es auch für den Kurpark in Bad Schmiedeberg zu Händen von Kurdirektor Deddo Lehmann und Bürgermeister Martin Röthel (SPD), der auch Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Eisenmoorbades ist. 

 „Von der Idee bis zur Eröffnung vergingen nur acht Wochen“, erinnerte Lehmann an die Anfänge des Eisenmoorbades 1878. Die Dragoner waren trotz einer Petition der Stadt an den Kaiser abgezogen. Am 28. April, dem Sonntag nach Ostern, waren die Stadtverordneten nach dem Gottesdienst ins Rathaus eingeladen, um mit dem damaligen Bürgermeister Moritz Hauswald über den Antrag des Gewerbevereins auf eine provisorische Einrichtung eines Eisenmoorbades mit städtischen Mitteln zu beraten. „Am 3. Mai fiel der Beschluss, die Eröffnung erfolgte am 28. Mai, das wäre heute völlig undenkbar“, so der Kurdirektor, „aber es war der Beginn einer einmaligen Erfolgsgeschichte“. 

Begonnen wurde mit zwei Zimmern, zwei Wannen und einer Waschküche zur Zubereitung des Moores, das aus der Heide geholt wurde. Heute verfügt das Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg als einziger Kurort in Deutschland über eine dreifache Prädikatisierung als Moor-, Mineral- und Kneippheilbad. „Wir sind ein seiner Tradition bewusstes, modern aufgestelltes Heilbad“, betonte Lehmann, „die Gründungsväter wären stolz darauf, was aus ihren Visionen geworden ist.“ Das alles funktioniere aber nur mit motivierten Mitarbeitern und verlässlichen Geschäftspartnern.

„Die Kur ist der Motor der Strukturförderung in unserem ländlichen Raum“, erklärte Bürgermeister Martin Röthel, „sie ist der Impulsgeber für unsere Stadt mit Ausstrahlung weit über die Landesgrenzen hinaus.“ Kur und Stadt seien eng miteinander verbunden, ohne das Eisenmoorbad sähe Bad Schmiedeberg ganz anders aus – keine Förderung für die Leipziger Straße, keine Wanderwege, kein Abenteuerspielplatz in der Moschwiger Straße, kein Kurpark. „Das Eisenmoorbad steht für eine langjährige Tradition und genießt eine hervorragende Reputation dank seiner hochqualifizierten Ärzte und motivierten Mitarbeiter“, so Röthel. 

Von der Kaiserzeit über zwei Weltkriege, bis zu DDR und Wende habe das Eisenmoorbad viele Turbulenzen dank vorausschauender und umsichtiger Geschäftsführung überstanden, erklärte Siegfried Borgwardt, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Heute zähle Bad Schmiedeberg in Deutschland und Europa zu den führenden Kurstandorten dank des ganzheitlichen Konzepts, guter Therapie, Ruhe und Erholung.

„Hier in Bad Schmiedeberg sind die blühenden Landschaften Wirklichkeit geworden“, betonte Joachim Lieber, Ehrengeneralsekretär des Europäischen Heilbäderverbandes, der Bad Schmiedeberg seit 1993 kennt. Das Eisenmoorbad sei in Europa anerkannt, der Rat der Verantwortlichen in Bad Schmiedeberg im Verband gefragt und überdies genieße der Kurort bei Patienten einen ausgezeichneten Ruf. Dank der dreifachen Prädikatisierung und des sehr guten Service-Angebots sei man breit und zukunftsfähig aufgestellt. 

Uraufführung des Oratoriums

Das Eisenmoorbad und der Bad Schmiedeberger Chor „Lyra“ verbindet eine 140-jährige Geschichte, deshalb gestaltete der Traditionschor den zweiten Teil der Festveranstaltung mit der Uraufführung des eigens für diesen Anlass komponierten Oratoriums „Die Dübener Heide in vier Jahreszeiten“, geschrieben von Chorleiter Thomas Stadler, Student an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig und bereits jetzt schon ein gefragter Komponist und Arrangeur. Unterstützt wurde „Lyra“ vom Projektchor der HMT und den Solisten Anaya Hubach (Sopran), Marc-Eric Schmidt (Tenor) und Anton Haupt (Bass), die Leitung hatte Thomas Stadler.





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