Der Freundeskreis Wittenberg beim großen historischen Festumzug. Foto: Archiv Wolfgang Marchewka

Der Freundeskreis Wittenberg beim großen historischen Festumzug. Foto: Archiv Wolfgang Marchewka

27.04.2018

Absolventen des Cranach-Gymnasiums treffen sich zum Stadtfest

Freundeskreis Wittenberg bespielt den Weber-Hof

Wittenberg (wg). 25 aktive Mitglieder zählt der Verein Freundeskreis Wittenberg e.V., immer zum Stadtfest und seit vier Jahren auch zum Reformationsfest treffen sie sich in der Lutherstadt – nicht als Gäste, sondern als kreative und gastfreundliche Gestalter des Weber-Hofes in der Schlossstraße. Die ebenso familiäre wie urige Atmosphäre stößt bei den Stadtfest-Besuchern auf große Resonanz, es gibt viele Stammgäste und jedes Jahr werden neue Ideen umgesetzt. 

Die Mitglieder des Freundeskreises sind ehemalige Schüler des Lucas-Cranach-Gymnasiums, die es nach dem Abitur in alle Himmelsrichtungen verstreut hat und die das Stadtfest zum jährlichen Wiedersehen nutzen, Spaß und gute Laune inklusive. 

Einer ist in Wittenberg geblieben: Rando Gießman, Geschäftsführer der Wittenberger Wohnungsbaugesellschaft (Wiwog), der im Verein für die Finanzen zuständig ist und sich im Vorfeld des Stadtfestes um Genehmigungen bei Behörden kümmert. „Wir machen von der kulinarischen Versorgung über die Stände bis zur Unterhaltung alles in eigener Regie“, betont Gießmann, „wir sind bestimmt nicht professionell, dafür um so herzlicher, dies, wie auch die Tatsache, dass wir die Besucher in die Aktivitäten auf dem Weber-Hof einbeziehen, macht den besonderen Charme aus.“ 

Die Anfänge reichen weit zurück in die 1990er Jahre, als fünf Freunde, die sich vom Lucas-Cranach-Gymnasium kannten, zum Stadtfest am Stand der Deutsch-Rußländischen Gesellschaft auf dem Cranach-Hof Bier und andere Getränke ausschenkten. Der Stand entwickelte sich schon damals zum Anlaufpunkt der Cranach-Abiturienten. 1998 wechselte man zu den Botenläufern auf den Kirchplatz, 2003 auf den Hof des Hauses der Geschichte in der Schlossstraße. Der damalige Wiwog-Geschäftsführer Fritz-Peter Schade bot dann 2005 den Weber-Hof an. „Weil wir nun einen Hof in eigener Regie zum Stadtfest betreiben konnten, lag es nahe, dass wir uns die Struktur eines gemeinnützigen Vereins gaben, der im selben Jahr gegründet wurde“, berichtet Gießmann. 

Sowohl vor als auch nach der Vereinsgründung wurden die während „Luthers Hochzeit“ erzielten Erlöse sozialen Zwecken gespendet, vor allem Kindergärten, Schulen und Vereinen. In diesem Jahr werden noch Vorschläge gesammelt, fest steht bereits, dass der Nachbarschaftstreff Wittenberg West mit einer Spende bedacht wird. 

Der Aufbau zum Stadtfest „Luthers Hochzeit“ erfolgt von Dienstag bis Donnerstag, dazu müssen etliche Vereinsmitglieder lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Die 25 Mitglieder werden dabei von rund 50 Angehörigen und Freunden unterstützt, jeder übernimmt ehrenamtlich eine Aufgabe, sowohl beim Aufbau als auch an den drei Stadtfesttagen.

Unter dem Motto „das Bad in der Menge“ nimmt der Freundeskreis auch im achten Bild (Wittenberger Handwerker und Meister) am großen historischen Festumzug am Sonnabend teil. Und dass der Oberbürgermeister am Freitag nach der Eröffnungszeremonie auf dem Markt im Weber-Hof das Fass Bier ansticht, ist inzwischen zur guten Tradition geworden.

Auch in diesem Jahr wird der Weber-Hof zum Stadtfest wieder liebevoll hergerichtet, alle Stände und Aktivitäten werden in privater Regie organisiert, dabei auch viel improvisiert. Kommerzielle Angebote lehnen die Mitglieder des Freundeskreises ab, der Hof soll seinen ganz eigenen, vor allem familiär geprägten Charakter behalten, Kinder sind hier ausdrücklich willkommen, stehen im Mittelpunkt.

„Wir werden uns vergrößern“, sagt Gießmann mit Blick auf die Kinder. Dem Freundeskreis steht die Nachbarfläche zur Verfügung, dort wird ein „Kinderland“ genannter Märchenwald mit einer Bühne eingerichtet, Zielgruppe sind Kinder im Alter von vier bis 12 Jahren. Es gibt Rittershows und verschiedene Themenangebote in Zelten, wo Märchen und Geschichten von anno dazumal erzählt werden, wer möchte, kann auch Münzen prägen. Außerdem gibt es eine dreimal vier Meter große, „Sonnenbett“ genannte Liegewiese, Kinderschminken und ein mittelalterliches Kinderkarussell. „Wir wollen damit nicht zuletzt die Eltern entlasten, die im Kinderland ihren Nachwuchs abgeben können“, so Gießmann.

Auch auf dem Weber-Hof steht eine Bühne, dort musizieren unter anderem „Multus Tumultus“ und „Murkeley“, auch irische Folklore mit „Worrystone“ wird nicht fehlen. Ein Genuss für Geist und Seele bieten ein Bad im großen – ebenfalls selbst gebauten – hölzernen Badezuber oder die Massage in der benachbarten Wohlfühlstube. Handwerker wie Spinner, Schmied, Mühlenbauer und Zimmerer zeigen ihr Können und aus gesponserten Strohballen wird eine Kletterburg gebaut. „Wir setzen jedes Jahr neue Ideen um, unser Macher ist Benjamin Böttcher, gelernter Tischler und Fachplaner“, berichtet Gießmann. 

Viele Mitglieder und Freunde übernachten während des Stadtfestes auf dem Weber-Hof, morgens wird gemeinsam gefrühstückt. „Der Zusammenhalt untereinander ist großartig“, freut sich der Schatzmeister, der ausdrücklich der Wittenberg Marketing GmbH als Veranstalter von „Luthers Hochzeit“ für die tatkräftige Unterstützung dankt.




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