25.04.2018

Wittenberger Sonntag liest die Allgemeine Zeitung Mainz

Antisemitismus bekämpfen

Mainz (ots) - Es ist beschämend. Im Jahr 2018 rät der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, in der Öffentlichkeit keine Kippa zu tragen, um nicht angegriffen zu werden. So weit ist es (wieder) gekommen. Und wenn wir nicht alle aufpassen, wird es noch viel schlimmer kommen - gefragt sind alle, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, sich gegen den wachsenden Antisemitismus zur Wehr zu setzen. 

Dieser ist übrigens nicht mit den muslimischen Flüchtlingen nach Deutschland gekommen, denn er war schon immer da, auch in der Mitte der Gesellschaft. Bezeichnend sind die Worte Shimon Steins. Der langjährige israelische Botschafter in Deutschland wundert sich nicht über den grassierenden Antisemitismus. Sondern er wundert sich, dass man sich darüber wundert. 

Aber klar ist auch: Die muslimischen Flüchtlinge sind ein großer Teil des Problems. In den Ländern, aus denen sie herkommen, und in den Milieus, in denen sie sich nun hier bewegen, ist der Hass auf Israel und die Juden identitätsstiftend und Grundpfeiler eines geschlossenen Weltbildes. Dagegen helfen keine Integrationskurse, Schulprojekte und Appelle allein. Und auch kein Antisemitismusbeauftragter oder Aktionen wie das demonstrative Kippatragen. Aber: Dies alles ist das Mindeste, was eine Demokratie, eine Zivilgesellschaft tun kann, tun muss, und deshalb sind auch symbolische Aktionen unbedingt zu unterstützen.

Ebenso unabdingbar: Harte Strafen gegen alle, die Antisemitismus propagieren oder Juden angreifen. Dies muss drastische Urteile und, sofern machbar, konsequentes Abschieben zur Folge haben. Schließlich: Imame, die Judenhass predigen, haben hier nichts zu suchen. Zu lange wollten wir nicht wissen, was eigentlich in den Moscheen vor sich geht. Auch damit muss Schluss sein.





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