17.04.2018

Wittenberger Sonntag liest die Rheinische Post

Schäfer-Verband fordert Regierung zu schneller Klärung im Umgang mit dem Wolf auf

Düsseldorf (ots) - Der Bundesverband der Berufsschäfer hat die Bundesregierung dringend zu einer schnellen Klärung des Umgangs mit dem Wolf aufgerufen. Für ihn sei jedes gerissene Tier eins zu viel, sagte der Verbandsvorsitzende, Günther Czerkus, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Dienstagausgabe). Aber: "Wir sind Hüter der Schäfer, nicht Jäger der Wölfe. Wir Schäfer brauchen den Wolf nicht, aber wir haben nicht das Recht, ihn auszurotten." 

Es sei aber eine klare rechtliche Regelung zu der im schwarz-roten Koalitionsvertrag verankerten "letalen Entnahme", also zum Abschuss, von sogenannten Problemwölfen nötig. "Sonst werden wir uns zu Tode klagen." 

Czerkus betonte: "Wir brauchen auch eine klare Definition, ab wann ein Wolf böse ist, wie er vertrieben werden darf, wer und wie viel für die Prävention zum Schutz von Nutztieren oder die Entschädigung bei gerissenen Tieren zahlt." 

Auf die Frage, wie Wölfe vertrieben werden können, sagte Czerkus: "Das ist es ja: keine Ahnung." Der Umweltausschuss des Bundestags hört am Mittwoch Sachverständige zu der Thematik an. Dabei geht es unter anderem darum, ob der international geschützte Wolf gejagt und abgeschossen werden darf. 

Nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf gab es 2016 in Deutschland 285 Übergriffe von Wölfen, bei denen 1079 Nutztiere getötet oder verletzt wurden. 

Zu den Sachverständigen gehört am Mittwoch auch Eberhard Hartelt vom Deutschen Bauernverband. Er sagte, es müsse erlaubt sein, den Wolf abzuschießen, wenn es zu viele Tiere gebe und sie eine Gefahr für Nutztiere darstellten. "Es gibt keine friedliche Koexistenz von Wölfen und Schafen, und es gibt Regionen, wo der Wolf auch nicht hingehört. Entweder fällt die Entscheidung für den Wolf oder für die Weidetiere."




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