Der Ortsbürgermeister von Tornau, Udo Reiss (oben rechts), macht darauf aufmerksam, dass der Biber mit dem Buchenwald auch geschützte Natur zerstört. Foto: Wolfgang Marchewka/privat

Der Ortsbürgermeister von Tornau, Udo Reiss (oben rechts), macht darauf aufmerksam, dass der Biber mit dem Buchenwald auch geschützte Natur zerstört. Foto: Wolfgang Marchewka/privat

20.03.2018

Köhlerei Eisenhammer: Spielen Behördenvertreter auf Zeit?

Der Biber arbeitet gegen die Natur

Tornau /Eisenhammer(wm). In die Diskussion um die Probleme der durch den Biber in ihrer Existenz gefährdeten Köhlerei Eisenhammer (der Wittenberger Sonntag berichtete) hat sich nun auch Udo Reiss mit deutlichen Worten eingeschaltet: Der Ortsbürgermeister von Tornau hält es für denkbar, dass entscheidungsschwache Behördenmitarbeiter vorsätzlich auf Zeit spielen, damit sich das Thema „Biber oder Köhlerei“ auf natürlichem Wege ganz von selbst erledigt: „Die Wurfzeit und damit die Schonzeit für die Tiere ist nahe, und wenn sich vorher kein zuständiger Behördenvertreter traut, die richtige Entscheidung zu treffen, ist unsere traditionsreiche Köhlerei nur noch eine traurige Geschichte.“ 

Wie auch der Wittenberger Sonntag zuvor korrekt informiert hatte, ist auch Udo Reiss der fachlich gut begründeten Meinung, dass die Region um die Köhlerei Eisenhammer keinen natürlichen Lebensraum für Biber darstellt. Noch schlimmer: Der Ortsbürgermeister macht darauf aufmerksam, dass der Biber nicht nur das „menschliche Kulturgut Köhlerei“ gefährdet, sondern auch ein Kulturgut der Natur: Der vom Biber durch das aufgestaute Wasser bedrohte Buchenwald rund um den Hammerbach ist ein geschütztes FFH-Gebiet. 

Zur Information für unsere Leserinnen und Leser, die bisher keine Gelegenheit hatten, den vom Ortsbürgermeister genannten Fachbegriff „FFH“ zu hinterfragen: FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten) dienen. FFH-Gebiete sind ein Teil des Natura-2000-Netzwerkes. Oder wir können es auch viel einfacher ausgedrücken: Der Biber gefährdet am Hammerbach die Natur, in der er noch lebt. 

Und auf noch einen wesentlichen Unterschied weist der Ortsbürgermeister im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag hin: „Die Bürgerinnen und Bürger in unserer Region haben ein ganz anderes und viel innigeres Verhältnis zu den wenigen hier vorhandenen kulturellen Höhepunkten als die im Überfluss lebenden Menschen in der Stadt. Ein Beispiel im Zusammenhang mit der Diskussion um den Erhalt der Köhlerei Eisenhammer: Manche unserer Leute engagieren sich persönlich, damit dieses auch für den Tourismus wichtige Highlight erhalten bleibt und bieten sogar an, Arbeitsstunden kostenlos zu leisten, wenn das die Existenz dieses Betriebes sichern könnte. Auch über diese Form des Engagements sollten die persönlich finanziell gut abgesicherten Vertreter der Behörden einmal nachdenken und sich dann ganz schnell für den Erhalt unserer Köhlerei am Eisenhammer entscheiden."




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