Wigewe-Geschäftsführer Rando Gießmann (l.) und Pastor Hans W. Kasch, Direktor der LWB-Zentrums Wittenberg, zeigen, wie die Jüdenstraße 9 nach Fertigstellung des Neubaus aussehen wird. Foto: Wolfgang Gorsboth

Wigewe-Geschäftsführer Rando Gießmann (l.) und Pastor Hans W. Kasch, Direktor der LWB-Zentrums Wittenberg, zeigen, wie die Jüdenstraße 9 nach Fertigstellung des Neubaus aussehen wird. Foto: Wolfgang Gorsboth

12.03.2018

Lutherischer Weltbund bleibt weitere zehn Jahre in Wittenberg präsent

LWB-Zentrum ist Hauptmieter für Neubau in der Jüdenstraße

Wittenberg (wg). Das Wittenberg-Zentrum des Lutherischen Weltbundes (LWB) bleibt bis mindestens 2028 in der Lutherstadt, ein entsprechend terminierter Mietvertrag wurde mit der Gesellschaft für Wohneigentum (Wigewe), einer Schwester des kommunalen Wohnungsunternehmens Wiwog, geschlossen. 

Die Wigewe hatte das Grundstück in der Jüdenstraße 9 erworben und das marode Haus abgerissen, hier entsteht ein Neubau mit zwei Gewerbeeinheiten und drei Wohnungen (der Wittenberger Sonntag berichtete), das LWB-Zentrum steht als Mieter bereits fest.

„Wir haben uns das immer gewünscht“, betont Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) am Montag beim gemeinsamen Pressegespräch mit Pastor Hans W. Kasch, dem Direktor des LWB-Zentrums Wittenberg und Rando Gießmann, Geschäftsführer der Wiwog und Wigewe. „Wer leider nicht bleibt ist Pastor Kasch, der im Sommer des Jahres in den Ruhestand geht, aber es bleibt ein Stück von ihm in Wittenberg“, so der OB.  

2008 entschied sich der LWB mit Sitz in Genf, in Wittenberg eine auf zehn Jahre befristete Projektstelle einzurichten, Pastor Kasch kam im Februar 2009 nach Wittenberg, das erste Domizil hatte das LWB-Zentrum als Gast der Evangelical Lutheran Church of America (ELCA) in der Evangelischen Akademie, später erfolgte der Umzug in das Colleg Wittenberg in der Jüdenstraße 8. 

„Wir sind von der Stadt Wittenberg mit offenen Armen empfangen worden“, betont Pastor Kasch, „deshalb sind wir froh, dass es mindestens zehn Jahre weiter geht dank des Engagements der Stadt und der Wigewe.“ Vorentscheidungen, das LWB-Zentrum in Wittenberg nach 2017 nicht zu schließen, wurden bereits 2016 in Genf getroffen. 

Das Wittenberg-Zentrum führt vor Ort Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die LWB-Mitgliedskirchen in aller Welt durch. Nicht zuletzt die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer in Richtung Genf hatten dort zur Entscheidung pro Wittenberg geführt. Derzeit sind 21 Pastorinnen und Pastoren aus 18 Ländern zu Gast, die sich mit dem Verständnis der Bibel aus lutherischer Perspektive befassen.

„Für die Teilnehmer unserer Seminare ist es von großer emotionaler Bedeutung, sich am historischen Ort mit Luthers Theologie auseinandersetzen zu können“, betont Kasch. Das Wittenberg-Zentrum sei deshalb für den LWB von unschätzbarem Wert, die Lutherstadt und der LWB gehörten zusammen. „Dass sich der LWB auch in Zukunft in unserer Stadt verortet, ist ein sehr gutes Signal für Wittenberg“, unterstreicht Zugehör. 

Seitdem klar war, dass das Zentrum in Wittenberg bleibt, wurde nach einer räumlichen Alternative gesucht, denn am alten Standort steht nur eine kleine Wohnung als Büro zu Verfügung. „Die innerstädtische Lage und die direkte Nachbarschaft zum Colleg Wittenberg sind ideal“, sagt Kasch. Für Seminare und Übernachtungen werde man weiterhin das Colleg nutzen und so zu dessen weiteren Auslastung auf hohem Niveau beitragen.

Für Rando Gießmann als Bauherren stellt die Baustelle in der Jüdenstraße eine besondere Herausforderung dar. Das Haus sei nicht mehr zu retten gewesen unter anderem wegen völligen Schwammbefalls. Für die Abrissgenehmigung seien indes einige Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen gewesen: So musste eine Dokumentation erstellt werden, das Innungszeichen im Eingangsbereich wurde gesichert und die Original-Innentüren aus der Entstehungszeit des 1825 errichteten Hauses werden wieder verwendet. 

Dass das Areal komplett von fremden Grundstücken umschlossen sei, mache die Baustelle anspruchsvoll, dafür sorge auch der Erhalt des Gewölbekellers, der sich derzeit unter einer schützenden Deckschicht befindet, damit keine Feuchtigkeit einzieht. 

1,2 Millionen Euro will die Wigewe investieren, „betriebswirtschaftlich ist das Vorhaben grenzwertig, aber es trägt zur Aufwertung der Jüdenstraße bei“, berichtet Gießmann. Baubeginn soll nach Ostern sein, die Fertigstellung ist im Dezember 2018 vorgesehen, sofern keine gravierenden Probleme auftauchen. 

Das LWB-Zentrum mietet das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss, letzteres wird an die Partner aus den USA, der ELCA, untervermietet. „Wir wollen damit die Präsenz der ELCA in Wittenberg erhöhen und gemeinsam Projekte für die Zukunft entwickeln“, erklärt Kasch.




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