Interessante Informationen gab es am vergangenen Samstag in Dessau: Sepp Müller, junger Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis 70, hatte beim Livegespräch Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU) zu Gast. Abwesende verpassten viel. Foto: Wolfgang Marchewka

Interessante Informationen gab es am vergangenen Samstag in Dessau: Sepp Müller, junger Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis 70, hatte beim Livegespräch Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU) zu Gast. Abwesende verpassten viel. Foto: Wolfgang Marchewka

03.03.2018

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Wenig wissen – aber viel meinen?

Tja liebe Leserinnen und Leser, da sind wir uns doch wohl einig: Die Politiker und das Volk passen einfach nicht zusammen, denn während das Volk unerhört und ungehört vor sich hin darbt, denken die Politiker nur an sich selbst und an ihre Posten. Kein Wunder also, dass die Unzufriedenheit unter Bürgerinnen und Bürgern wächst, kein Wunder also, dass die Volksnichtvertreter bei der vergangenen Bundestagswahl abgestraft worden sind, sofern sie den etablierten Parteien angehören.

Stimmt’s? 

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, ähnliche Gedanken in Ihren Köpfen kreisen lassen, erhalten Sie hier und heute kostenlos und unverbindlich einen guten Rat zur raschen Gesundung: Laufen Sie doch mal mit dem Kopf so lange rechts gegen die Wand, bis wieder Raum genug vorhanden ist, vernünftige Gedanken kreisen zu lassen, denn die geschilderten Meinungen lassen sich mit einem Wort zusammenfassen: Müll – und zwar von der gefährlich undemokratischen Art! 

Wie wäre es denn, die unsinnigen Pauschalurteile für eine gewisse Zeit zu vergessen und stattdessen die Realität objektiv zu bewerten? Eigentlich müsste es jedem Menschen klar sein, dass es „DIE“ Politiker in der negativ-verallgemeinernden Art nicht gibt, sondern dass es auch in diesem Berufsfeld viele verschiedene Menschen mit vielen verschiedenen Ansichten, Talenten, Hintergründen und Motivlagen gibt. Darüber sollten wir froh sein und nicht die Menschen sinnlos diffamieren, die für unser (noch) demokratisches Land unverzichtbar sind. 

Schon vergessen, dass es auf unserem Grund und Boden noch vor einigen Jahrzehnten ganz andere Zustände gab? Zum Beispiel statt Meinungsvielfalt rund 98 % Zustimmung für die Kandidatinnen und Kandidaten der SED? Und davor fast ebensolche Zustimmungswerte für die Kandidatinnen und Kandidaten der NSDAP? Traumhafte Zustände, wenn man als „Falschreligiöser“ via Ofen und Schornstein aus dem "gesunden Volkskörper" entfernt worden ist? 

Betrachten wir die Realität im Wahlkreis 70: Mit großer Mehrheit direkt gewählt: Sepp Müller. Einer der nur an sich denkt, an seine Abgeordnetendiäten? Oder einer, der sich seit früher Jugend nachweisbar für das Gemeinwesen im Landkreis Wittenberg engagiert hat, und das ehrenamtlich und mit ein paar „Aufwandsentschädigungen“ versehen, für deren Höhe ein Berufshartzer noch nicht einmal sein Bett verlässt? 

Nun ist aus dem ehrenamtlich wirkenden Stadtrat von Gräfenhainichen und Mitglied im Wittenberger Kreistag ein Berufspolitiker geworden. Und das nicht durch Parteibonzens Gnade, sondern nach freier und geheimer Wahl durch – jawohl „das Volk“, von dem sich „die Politiker“ angeblich entfernt haben. 

Hat er sich? Oder tut er genau das Gegenteil und steht „dem Volk“ aus dem Wahlkreis 70 in jeder nur denkbaren Form zur Verfügung? Zum Beispiel bei seinem neuen Gesprächsformat „Sepp Müller stellt sich“ – und das live und nicht geprobt, jeder interessierte Bürger kann dabei sein, Fragen stellen, die erhaltenen Antworten werten. Sogar Ministerpräsident Reiner Haseloff macht dabei in seiner kaum vorhandenen Freizeit mit und stellt sich ebenfalls den Bürgern – obwohl der MP „seinen“ Posten hat. 

Niemand braucht der Meinung der genannten Herren zu sein, das ist ein Vorteil der in unserem Lande noch real existierenden Demokratie. Allerdings: Die Eingangs erwähnte pauschale Diffamierung von Politikern stellt keine Meinung dar, sondern eher eine die Demokratie gefährdende Äußerung von Menschen, die nur wenig wissen.




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