Prof. Klaus Götz, anerkannter Schwerstbehinderter, ist trotz bereits absolvierter 75 Lebensjahre noch immer sehr aktiv und spürt im Rollstuhl fahrend in Wittenberg bauliche Schwachstellen auf, die anderen Behinderten das Leben schwer machen können. Foto: Archiv Wolfgang Marchewka

Prof. Klaus Götz, anerkannter Schwerstbehinderter, ist trotz bereits absolvierter 75 Lebensjahre noch immer sehr aktiv und spürt im Rollstuhl fahrend in Wittenberg bauliche Schwachstellen auf, die anderen Behinderten das Leben schwer machen können. Foto: Archiv Wolfgang Marchewka

03.03.2018

Zu: Digital bieten wir viel mehr, Wittenberger Sonntag vom 27. Januar 2018

Der Dank eines Behinderten

Lieber Herr Marchewka,

wer die Entwicklung des Zeitungs- und Zeitschriftenwesens verfolgt hat, konnte feststellen, dass sich nicht nur der Handel, sondern auch die Nachrichten- und Informationsbranche bereits seit geraumer Zeit im digitalen Wandel befindet. Zum Glück für einen mehrfach behinderten Menschen wie ich es bin, gehört der „Wittenberger Sonntag“ zu den Zeitungen, die an der Spitze des digitalen Fortschritts marschieren. Dafür möchte ich mich heute auch im Namen anderer behinderter Bürgerinnen und Bürger herzlich bedanken.

Dank Ihrer Vorausschau und Anpassungsfähigkeit an die technische Entwicklung haben Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen den „Wittenberger Sonntag“ sogar international reifen lassen. Man kann ihre Zeitung jetzt stets und überall im Internet lesen – und das mit noch mehr informativen Texten, als es bisher der Fall war und das alles nach wie vor kostenlos. Das ist besonders für mich und alle anderen behinderten Menschen wichtig, denn wir gehören nicht zu den finanziell gesegneten Bürgerinnen und Bürgern, aber über die Nutzung des Internets können wir uns dank des „Wittenberger Sonntag“ grenzenlos und ohne finanziellen Aufwand über unsere Stadt und den Landkreis informieren, weitere Erfahrungen sammeln und uns darüber in den verschiedenen Foren und Gruppen untereinander austauschen. 

Ich möchte allen älteren und behinderten Menschen, die vielleicht noch mit dem Internet fremdeln, ein persönliches Erlebnis aus den vergangenen 14 Tagen erzählen, nicht weil ich bedauert werden möchte, sondern ganz einfach, weil es den Tatsachen entspricht und ich mich noch immer der Wahrheit verpflichtet fühle. 

Noch immer heißt: Ich bin inzwischen ein „junger Mann“ im Alter von 75 Jahren. Ich bin seit vielen Jahren ein offiziell anerkannter Schwerbehinderter, der sich ohne Rollstuhl draußen nicht mehr bewegen kann. Hinzukam Anfang Februar eine schwere Erkrankung, die eine Notoperation in einer Spezialklinik außerhalb von Wittenberg nötig machte. Wie Sie, liebe Leserinnen und Leser, aus diesen Zeilen erraten können, ist es mir in letzter Sekunde gelungen, dem Sensenmann noch einmal von der Schippe zu kriechen. 

Wenn Sie nun fragen, was hat das mit dem digitalen „Wittenberger Sonntag“ zu tun, so freue ich mich Ihnen mitteilen zu können, zu meinen Behinderungen gehört auch, dass ich auf dem linken Auge total blind bin. Als Folge dessen hat mir die Krankenkasse ein Speziallesegerät finanziert; eine Art Taschencomputer mit Vergrößerungssystem, mit dessen Hilfe ich überall im Internet unterwegs sein kann. Und so kam es, dass ich - kaum aus der Narkose erwacht – meinen „Taschencomputer“ anwarf, um auf dem Klinikbett zu lesen, was der „Wittenberger Sonntag“ inzwischen aus meiner Heimatregion berichtet hat. Soweit mein persönliches Erleben. 

Es geht mir aber nicht nur um mein Wohlergehen, sondern wie alle Leserinnen und Leser des Wittenberger Sonntag – diesmal der Printausgabe – bereits wissen, habe ich mit Unterstützung unseres Oberbürgermeisters Torsten Zugehör im vergangenen Jahr die Aktion „Unternehmer helfen behinderten Menschen und Kindern“ ins Leben gerufen. Im März soll der offizielle Startschuss fallen, und Dank Ihrer Auffassung zur Nutzung der digitalen Entwicklung, lieber Herr Marchewka, können wir diese Aktion künftig gemeinsam und mit Hilfe der Neudeutsch „E-Paper“ genannten digitalen Zeitung über Wittenberg hinaus ausdehnen und damit voranbringen. 

Ihnen und allen Teammitgliedern herzlichen Glückwunsch für diesen wichtigen und richtigen Schritt und weiterhin gutes Gelingen für die Entwicklung unseres beliebten „Wittenberger Sonntag“.

Herzliche Grüße, Ihr im Rollstuhl fahrender Prof. h. c. Klaus Götz, wohnhaft mit anderen behinderten Menschen in den WiWog-Wohnblöcken an der Stadthalle. 

PS: Und wer von uns Behinderten lieber oder zusätzlich eine gedruckte Ausgabe des Wittenberger Sonntag haben möchte, bekommt diese ein paar Schritte weiter im EDEKA-Habedank-Markt an der Schillerstraße.





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