Landschaftsplanerin Ulrike Beetz vom Fachbereich Stadtentwicklung der Lutherstadt Wittenberg erläutert das Vorhaben. Foto: Wolfgang Gorsboth

Landschaftsplanerin Ulrike Beetz vom Fachbereich Stadtentwicklung der Lutherstadt Wittenberg erläutert das Vorhaben. Foto: Wolfgang Gorsboth

02.02.2018

Nach 15 Jahren wird Schnittstellen-Projekt abgeschlossen

Personenunterführung wird endlich realisiert

Wittenberg (wg). Auf der Westseite des Wittenberger Bahnhofes hat sich in den vergangenen Jahren vieles positiv verändert, nun geht es auch auf der Ostseite voran. Zu den Gleisen 5 und 6 (Richtung Dessau bzw. Jessen/Falkenberg) mit dem Inselbahnsteig gelangt man bereits durch den verlängerten Tunnel. Doch was die Verlängerung Richtung Osten (Großparkplatz, Elster-Vorstadt) betrifft, mussten sich die Wittenberger lange Zeit in Geduld üben, obwohl dieser Tunnelabschnitt in einigen Teilen bereits vorgerichtet wurde. 

„Für manche Projekte braucht man einen langen Atem und muss Visionen haben, wie es am Ende aussehen soll“, erinnert Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) daran, dass die Pläne für den Bahnhofstunnel bereits 15 Jahre zurückliegen, schon damals untersetzt von Beschlüssen des Stadtrates. 

Doch das im Rahmen des Projekts Schnittstelle Hauptbahnhof, Bahnhofszugang Ost verfolgte Vorhaben der Personenunterführung musste infolge geänderter Prioritätensetzungen im Bahnhofsumfeld und noch nicht abschließend geklärter künftiger Betriebsführung der Deutschen Bahn immer wieder zurückgestellt werden – unter anderem wegen des Standortes für das neue Bahnhofsgebäude und dem Verbleib der Gleisanlagen auf der Ostseite.

Im Zuge der Realisierung des Inselbahnhofs auf der Ostseite waren die Gleise 5 und 6 nicht nutzbar und die Züge mussten über die weiter östlich gelegenen Gleise geführt werden. Da nun alle Maßnahmen abgeschlossen sind, wird die Bahn in diesem Jahr die Gleise 8, 10 und 11 rückbauen und die Gleise 7 und 9 umbauen. Für diese Umbaumaßnahmen müssen zwei Hilfsbrücken errichtet werden, die als Voraussetzung für die Tunnelverlängerung dienen, Baustart ist im Juni 2018.

Die für den Tunnel vorliegende Plangenehmigung mit Stand 2008 muss jetzt ein Änderungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt durchlaufen. Baubeginn für die Verlängerung ist im Frühjahr 2018, die Fertigstellung für August 2020 vorgesehen. „Vorteil der Verzögerung ist, dass der Tunnel aufgrund des Gleisrückbaus weitestgehend offen, also mit Tageslichteinfall realisiert werden kann“, erklärt Uwe Branschke, Sachgebietsleiter Tiefbau, dies sei preiswerter und spare Beleuchtungskosten. 

Die neue Personenunterführung verbindet die Innenstadt über den Hauptbahnhof mit dem Großparkplatz und der Elster-Vorstadt sowie dem naturlandschaftlichen Raum der Elbe und der Elbwiesen. „Aus diesem Grund werden wir für die Tunnelgestaltung das Thema ‚Stadt an der Elbe’ als Motiv aufgreifen“, berichtet Landschaftsplanerin Ulrike Beetz, „damit kommen wir auch weg von der sonst üblichen Fliesenmonotonie.“ Auch Bilder sollen integriert, dazu ein Fotowettbewerb etwa in Kooperation mit den Schulen durchgeführt werden. 

Der Tunnel mündet in eine großzügige Treppenanlage nebst barrierefreier Rampe mit Zugang zum Großparkplatz und zu einem kombinierten Rad-/Gehweg von 212 Metern Länge und drei Metern Breite, der auf die Kirchhofstraße einbindet. Künftig gelangen Fußgänger und Radfahrer vom Bahnhof bis zum Berufsschulzentrum auf verkehrsberuhigten Wegen parallel zur Bundesstraße. Am Eingang zum Tunnel wird eine überdachte Abstellanlage für Fahrräder geschaffen. 

In das Vorhaben investieren die Stadt 2,35 Millionen Euro, die Deutsche Bahn 1,189 Millionen Euro, überdies übernimmt die Stadt den Eigenanteil der Bahn in Höhe von 237.000 Euro. Die Finanzierung ist in Form von Fördermittelzusagen gesichert, die Gelder sind im Haushalt eingestellt.




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