12.01.2018

Wittenberger Sonntag liest die Allg. Zeitung Mainz

Antisemitismus: Die Maßstäbe verrutschen schleichend

Mainz (ots) - Unter der Überschrift "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" ist in den letzten Jahren viel zuvor Unausgesprochenes ausgesprochen worden. Nicht alles davon - das muss man als Redakteur selbstkritisch festhalten - war falsch. Unsere Konsensgesellschaft braucht Denkanstöße. Diese muss man zulassen und manchmal auch aushalten. Aber: Manches bleibt dennoch nicht nur am besten unausgesprochen, sondern ist von Anfang an unsäglich und undenkbar.

Dazu zählt ohne Wenn und Aber der Antisemitismus in allen seinen Spielarten. Natürlich zuvorderst mit Blick auf die Geschichte, die uns Deutschen zwar keine Kollektivschuld mitgibt, wohl aber eine nicht relativierbare Verantwortung: Jeder von uns muss antisemitischem Gedankengut, wo immer es sich Bahn bricht, sofort und kompromisslos entgegentreten. Dies gilt auch im Blick auf unser Verhältnis zu Israel, an dessen Seite wir unverbrüchlich stehen. Ohne dabei, wie echte Freunde dies tun, angebrachte Kritik nicht auch auszusprechen. 

Aber ansonsten gilt es klare Kante zu zeigen und nicht wie kürzlich in einem windelweichen Skandalurteil einer arabischen Fluglinie recht zu geben, die einen Passagier nicht befördern wollte, weil er Bürger Israels ist. 

Solche Entwicklungen, durch die Maßstäbe schleichend verrutschen, sind die gefährlichsten. Ihnen muss man hellwach begegnen. Auch und gerade in Zeiten großer Flüchtlingsströme: Menschen muslimischen Glaubens, denen der Judenhass vielfach anerzogen wurde, muss klar gemacht werden, worin die besondere Verantwortung Deutschlands für Menschen jüdischen Glaubens liegt. Wer diese nicht akzeptiert, hat in diesem Land nichts zu suchen.




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