11.01.2018

Wittenberger Sonntag liest die Westfalenpost

Der mündige Esser

Hagen (ots) - Es bringt nichts, den Menschen vorzuschreiben zu wollen, was sie essen sollen oder dürfen. Die Grünen, die vor Jahren einen Vegetarier-Tag ins Gespräch gebracht haben (von einer Verbindlichkeit war ja noch nicht einmal die Rede) können ein Lied davon singen, welche politischen Folgen das haben kann. Der Bürger will halt mündig sein.

Ein mündiger Bürger benötigt allerdings Informationen. Deshalb brauchen wir eine transparente Kennzeichnungspflicht für Fleisch. Nur wer weiß, wo das Schnitzel auf dem Teller seinen Ursprung hat, kann sich aktiv per Kaufverhalten für oder gegen Massentierhaltung aussprechen. Bei den Eiern hat das schließlich auch funktioniert. Das Bio-Siegel reicht nicht aus, es ist eben nicht transparent genug. 

Der mündige Bürger muss sich aber auch informieren wollen. Viele Menschen wissen gar nicht, wie Tiere überhaupt artgerecht gehalten werden und welche Folgen die fabrikähnliche "Produktion" von Schweinen und Geflügel hat. 

Die Schule könnte helfen, aber welche gesellschaftlichen Defizite sollen die Lehrer denn noch alle ausbügeln? Vielleicht wäre es hilfreich, mal wieder mehr auf die Großeltern zu hören. Sie haben Entbehrungen noch am eigen Leib erfahren: Sie können den Wert von Lebensmitteln tatsächlich beurteilen.




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