„Bis hierher und nicht weiter“: Beispiel für die Arbeiten der Pretzscher Künstlerin Susanne Spies Foto: Veranstalter

„Bis hierher und nicht weiter“: Beispiel für die Arbeiten der Pretzscher Künstlerin Susanne Spies Foto: Veranstalter

07.01.2018

Neue Ausstellung im oberen Foyer

Bilder von Susanne Spies in der Phönix Theaterwelt

Arbeiten der Pretzscher Künstlerin Susanne Spies, die am 13. Januar 2018 um 17.30 Uhr im oberen Foyer der Phönix Theaterwelt Wittenberg vor der Vorstellung mit Wolfgang Stumph „Höchstpersönlich“ eröffnet wird. Die Arbeiten sind bis zum 30. Juli 2018 zu sehen. 

Kraftvolles Rot trifft auf besänftigendes Weiß, filigrane Linien fügen sich zu Gestalten, die einen Raum aus Farbe bevölkern. Mit ihren Gemälden enthebt Spies das Dargestellte in eine Welt der Farben und Formen, in eine Welt der Bilder, die eigentlich nicht zu sehen sind. Vertrautes aus der Umgebung verdichtet sie auf seine wesentlichen Züge, so dass erkennbar bleibt, worin sein Ursprung liegt.

Im Fokus steht der Mensch. Zahlreiche Variationen von Körpern und Figuren erscheinen als ein Anklang an „die Urform Mensch“ auf den kraftvoll bearbeiteten Leinwänden. Die menschliche Gestalt ist dabei nur ein Stellvertreter, ein Sinnbild für das, was den Menschen ausmacht und ihn in entscheidendem Maße auszeichnet: die Fähigkeit zu fühlen. In dem 2008 entstandenen Gemälde „Bis hierher und nicht weiter“ streckt sich eine übergroße Hand dem Betrachter entgegen und hält ihn auf Abstand. Feuerrot und mit bedrohlichen Zacken bekrönt, ist das Antlitz des vermeintlich Abweisenden in einiger Entfernung auszumachen. 

Es bleibt unklar, ob die Hand zu der gezeigten Person gehört oder ob es sich vielleicht um sein Gegenüber handelt. Auf die Aussage des Bildes hat es keinen Einfluss, denn ausschlaggebend ist die Abbildung eines emotionalen Zustandes. Panik, Wut und Aggression verdichten sich in einem Moment der drohenden Grenzüberschreitung mit der festen Entschlossenheit, mit der die abwehrende Geste hervortritt. 

Mitunter verlassen die Gemälde von Spies auch vollends die Ebene der Gegenständlichkeit und führen mit ihren geometrischen Abstraktionen ins Symbolhafte. So verweisen die drei in der Ausstellung vertretenen Kreuz-Variationen einerseits auf ein breites kulturgeschichtliches Repertoire an Deutungsmöglichkeiten, andererseits visualisieren auch sie ein inneres Befinden. Gleich der ausgestreckten Hand des Abweisenden halten sie auf Abstand und markieren eine Grenze; dieses Mal jedoch in umgekehrter Funktion, denn die Grenze ist jetzt selbst gewählt. 

Spies ist auch Spurensucherin in eigener Sache und spürt mit ihrer Kunst den Ungewissheiten über das eigene Ich nach. Ihr widerstrebt das Deutbare und doch möchte sie nicht nur Zuschauerin auf ihrer eigenen Bühne bleiben, sondern sie „will das Stück verstehen, welches dort gespielt wird“. 

Susanne Spies wurde 1959 in Lutherstadt Wittenberg geboren und lebt in Pretzsch. Die ehemals an den Schulen des Landkreises beschäftigte Kunstpädagogin ist mittlerweile als freischaffende Künstlerin tätig und war im Jahr 2000 Gründungsmitglied der regionalen Künstlerinnen-Vereinigung „Alba Blau“. Ihre Werke zeigt Spies seit 1998 regelmäßig in Gruppen- und Einzelschauen.




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