Ein besonderer Dank für die Leistung der Wittenberger Stadtspitze in 2017: Oberbürgermeister Torsten Zugehör (l. mit der Stadtratsvorsitzenden Franziska Buse) und Bürgermeister Jochen Kirchner (mit Katja Köhler) mit den Reproduktionen ihrer jeweiligen Lieblingskunstwerke aus der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“. Foto: Oleg Alimov

Ein besonderer Dank für die Leistung der Wittenberger Stadtspitze in 2017: Oberbürgermeister Torsten Zugehör (l. mit der Stadtratsvorsitzenden Franziska Buse) und Bürgermeister Jochen Kirchner (mit Katja Köhler) mit den Reproduktionen ihrer jeweiligen Lieblingskunstwerke aus der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“. Foto: Oleg Alimov

06.01.2018

Neujahrsempfang im Stadthaus: Gäste hielten lange durch

Stehende Ovationen für Zugehör, Kirchner und Naumann

Wittenberg (wg). Entspannt feiern konnten die Gäste im vollbesetzten Stadthaus den traditionellen Neujahrsempfang, zu dem Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) und die Stadtratsvorsitzende Franziska Buse (CDU) eingeladen hatten. Erstmals wurde nicht am Donnerstag-, sondern am Freitagabend gefeiert: „Es ist gut, am nächsten Tag ausschlafen zu können und sich nicht mit ganzer Kraft seinen arbeitsvertraglichen Verpflichtungen hingeben zu müssen“, so Zugehör. Gefeiert wurde denn auch bis in die frühen Morgenstunden.

Der OB nutzte seine Neujahrsansprache nicht nur für einen Rückblick auf das „Sommermärchen 2017“ und einen Ausblick auf das Jahr 2018, sondern auch für einen Blick über die Grenzen, auf die Folgen von „America First“ und den vielen Konflikten: „Not und Kriege überziehen noch immer unsere Welt und werden tiefe Narben in dieser hinterlassen.“ Entgegen jeder schmerzhaften Erfahrung, die die Geschichte lehrt, scheine Abgrenzung wieder das Gebot der Stunde zu sein.

Vor dem Hintergrund des angespannten internationalen Klimas sei es nicht hilfreich, dass sich Deutschland mit der Bildung einer Regierung so schwer tute. „Die Notwendigkeit zu entscheiden reicht weiter, als die Möglichkeit zu erkennen“, erinnerte der OB an ein Zitat von Immanuel Kant, welches die Parteien bei der Regierungsbildung leiten sollte. Es brauche „Mut für das operative Geschäft. Nur durch harte, engagierte und verlässliche Arbeit im Alltag kann weiteres Vertrauen wachsen.“

Was dies bedeute, haben man in Wittenberg mit der Rahmenvereinbarung zur Neuordnung der Eigentumsverhältnisse, Nutzungen und Sanierungsmaßnahmen am Schlosskirchenareal bewiesen. Als die vier Partner (EKD; Land, Stadt und Stiftung Luthergedenkstätten) dieses Papier unterzeichnet hätten, sei vieles unklar gewesen. Doch ohne diese Vereinbarung hätte es kein saniertes Augusteum, kein saniertes Schloss, keine Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek, kein neues Predigerseminar, keine sanierte Schlosskirche und kein neues Museum im Zeughaus gegeben. 

Und damit schlug der OB die Brücke zum „Sommermärchen 2017“, das entgegen mancher Wünsche oder Befürchtungen keine schnöden Betonfestspiele für die oberen Zehntausende gewesen sei. Weder habe es eine Überflutung der Stadt noch eine anhaltende Ebbe gegeben: „Die teilweise apokalyptische Berichterstattung traf in Wittenberg auf von Sehnsucht verklärte Objektivität.“ 

Ausdrücklich dankte der OB den vielen Beteiligten, die zum Erfolg des Reformationssommers beigetragen hätten, darunter den vielen Volunteers vom Verein r.2017. Zugehör erinnerte an Diana Patricia, einem Volunteer aus Kolumbien, die bei einem Verkehrsunfall ihr Leben verlor. Ebenso erinnerte der OB an „Met-Fred“ Göde und Propst Siegfried Kasparick, die man 2017 schmerzlich vermisst habe. Zum Erfolg des Reformationssommers hätten auch die Wittenberger selbst beigetragen wie durch die vier „Wittenberger Abende“ mit insgesamt 1.650 Mitwirkenden und circa 6.400 Zuschauern. 

Auch auf die jüngsten Opfer von Gewaltdelikten wie das von einem afghanischen Flüchtling erstochene 15jährige Mädchen in Kandel und den von einem Deutschen mit einem Messer verletzten Bürgermeister von Altena ging der OB ein: „Generalprävention und Spezialprävention sind eng miteinander verbunden, schnelle staatliche Reaktion und Strafe schrecken ab.“ Was jedoch nicht helfe, sei eine Pauschalierung von inakzeptablen Einzelfällen, weil dies Angst und Misstrauen schüre und das Miteinander dem Gegeneinander weiche. 

2017 ist Geschichte, 2018 wird zwar kein außergewöhnliches Jubiläumsjahr, Anlässe zum Feiern gibt es gleichwohl: 725 Jahre Wittenberg, 80 Jahre „Lutherstadt“, 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Göttingen, das Stadtfest „Luthers Hochzeit“ und außerdem jährt sich in diesem Jahr zum 500. Mal die berühmte Antrittsvorlesung von Melanchthon an der Leucorea. 

Nach 2017 müsse sich die Stadt wieder mehr sich selbst zuwenden und darüber beraten, wie sie in Zukunft aussehen soll. Deshalb gebe es die Zukunftskonferenz, an der sich jeder beteiligen könne: „Es ist nicht die Stadt des Stadtrates oder der Stadtverwaltung. Machen Sie mit, es ist Ihre, unsere Stadt!“ 

Dass 2017 ein besonderes Jahr war, zeigte sich auch im Ablauf des Neujahresempfangs, der als nichtangekündigten Programmpunkt einen besonderen Dank an Oberbürgermeister Torsten Zugehör und Bürgermeister Jochen Kirchner beinhaltete, ausgesprochen von der Stadtratsvorsitzenden Franziska Buse und Katja Köhler, die Katharina von Bora – nicht nur - des Jahres 2017. 

Gewürdigt wurden „Mut und Weitsicht“, aber auch „Herzblut und unermüdliche Präsenz“, mit der die Stadtspitze an der Vorbereitung und Durchführung des Reformationsjubiläums beteiligt gewesen sei. „Dank Ihnen konnte Wittenberg zur Stadt des Aufbruchs werden“, betonte Köhler. Ausdrücklich wurde auch den Ehefrauen für deren Verständnis und Unterstützung gedankt. 

Oberbürgermeister und Bürgermeister erhielten – begleitet von stehenden Ovationen - ihre jeweiligen Lieblingswerke aus der Kunstausstellung „Luther und die Avantgarde“ als Reproduktionen überreicht: „Ash Banquet“ von Zhang Huan, ein Aschegemälde mit der Abendmahlsszene nach dem berühmten Mailänder Wandgemälde Leonardo da Vincis für Zugehör und die „Prayers“ von Andrey Kuzkin, eine Installation aus Brotfiguren, festgehalten als Foto. Für die Reproduktionen hatten Mitglieder des Stadtrates und der Stadtverwaltung gespendet. 

Standing Ovations gab es dann noch einmal für Eckhard Naumann, der die Geschicke der Stadt 25 Jahre lang leitete und maßgeblichen Anteil am Erfolg des Reformationsjubiläums hat.




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