In der neuen Dauerausstellung der Stiftung Christliche Kunst ist auch „Die Sünderin“ von Katerina Belkina zu sehen. Foto: Wolfgang Gorsboth

In der neuen Dauerausstellung der Stiftung Christliche Kunst ist auch „Die Sünderin“ von Katerina Belkina zu sehen. Foto: Wolfgang Gorsboth

04.01.2018

Die neuen Räume im Wittenberger Schloss werden gut angenommen

Stiftung Christliche Kunst blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Wittenberg (WiSo). „Unser Umzug vom Alten Rathaus ins Wittenberger Schloss im April 2017 war die größte Herausforderung, der wir uns in diesem Jahr stellen mussten“, berichtet Jutta Brinkmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg. Die neuen Räume böten zwar nicht mehr Fläche, aber weitaus bessere Möglichkeiten, spannende Ausstellungen zu gestalten. Zahlreiche begeisterte Einträge im Gästebuch zeigten zudem, dass der Standort von den Besuchern gut angenommen werde.

Mit der  Sonderausstellung „Ernst Barlach – Käthe Kollwitz. Über die Grenzen der Existenz“ hat die Stiftung das Angebot zum Reformationsjubiläum in Wittenberg durch hochaktuelle, zeitgenössische Kunst ergänzt und bereichert. Erstmals gab es eine Kooperation mit der Stadtkirche und der Schlosskirche. Hier wurden so bekannte Skulpturen wie das „Güstrower Ehrenmahl“ und der „Bettler“ von Ernst Barlach sowie die „Pietà“ und „Mutter Erde“ von Käthe Kollwitz gezeigt. 

„In unseren Räumen waren dagegen ein umfangreicher Querschnitt zum graphischen Schaffen sowie eine große Anzahl an Skulpturen beider Künstler zu sehen“, berichtet Brinkmann. „Der große Aufwand hat sich gelohnt, die Sonderausstellung endete mit einem Besucherrekord.“ 

Ein weiterer Beitrag zu den Reformationsfeierlichkeiten war das gut besuchte Künstlergespräch im Rahmen der „Bild und Bibel“-Themen-Woche. Hierfür ließ die Stiftung die 2016er Sonderausstellung „Offenbarung. Leipziger Künstler und die Religion“ noch einmal aufleben und lud die beiden Leipziger Künstler Kathrin Henschler und Tino Geiss ein, über ihre Arbeiten zu reden. 

Seit September 2017 zeigt die Stiftung in einer Dauerausstellung Werke aus der eigenen Sammlung. Unter dem Motto der These 44 Martin Luthers „Denn durch die Liebe wird der Mensch besser“ werden ausgesuchte Highlights und bisher verborgene Schätze präsentiert, die die zutiefst menschlichen Gefühle wie Liebe und Hass, Mitgefühl und Egoismus, Freundschaft und Narzissmus thematisieren. 

„Wer unsere verschiedenen Social Media-Kanäle wie Facebook, Instagram oder auch Twitter verfolgt, weiß, dass es wieder eine Kooperation mit Dänemark geben wird“, sagt Brinkmann. „Aus Anlass des Reformationsjubiläums haben wir bereits im Frühjahr 2017 die Wanderausstellung ‚Thesen. Dänische Gegenwartskünstler im Dialog mit der Reformation’ in Kopenhagen mit auf den Weg gebracht und am Reformationstag Wittenberg beim Festakt und Festkonzert in Kopenhagen vertreten.“ 

Für diese Ausstellung haben 25 herausragende dänische Künstler eigens eine Arbeit geschaffen. Herausgekommen ist eine vielschichtige Ausstellung, die sich kritisch mit der Person Martin Luther auseinandersetzt, gesellschaftliche und soziale Gegebenheiten hinterfragt und die Bedeutung der Reformation für die moderne, globalisierte Welt auslotet. 

„Von Mai bis September findet diese Ausstellung ihren Endpunkt bei uns in Wittenberg“, so Brinkmann. Sie würdigt nicht nur die Reformation und ihre europäischen Auswirkungen bis in die heutige Zeit, sondern ist gleichzeitig auch eine einzigartige Präsentation der dänischen Gegenwartskunst in Deutschland. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft Ihrer Majestät Margrethe II. von Dänemark. Zu sehen sind die Arbeiten in den Räumen der Stiftung im Schloss, aber auch wieder in der Schloss- und Stadtkirche. 

Hinweis 

Die Stiftung Christliche Kunst Wittenberg hat von Montag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr, Sonntag von 12 bis 16 Uhr geöffnet.




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