Akademie-Direktor Friedrich Kramer mit dem neuen Jahresprogramm 2018. Foto: Wolfgang Gorsboth

Akademie-Direktor Friedrich Kramer mit dem neuen Jahresprogramm 2018. Foto: Wolfgang Gorsboth

04.01.2018

Ziel: Hilfestellungen geben in einer komplizierten Welt

Neues Programm der Evangelischen Akademie liegt vor

Wittenberg (wg). Die Digitalisierung fast aller Lebensbereiche, die Gefährdungen der Demokratie und der Mitmenschlichkeit und die sich verschärfende Umweltkrise sind Themen, die die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt in den Mittelpunkt ihres druckfrischen Jahresprogramms 2018 nimmt, Themen, die belasten und ängstigen. „Die aufgeführten 58 Veranstaltungen stellen einen Ausschnitt dar, geplant sind doppelt so viele“, erklärt Akademie-Direktor Friedrich Kramer im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag, mit den Angeboten wolle man Hilfestellung geben, sich in der komplizierten Welt zu orientieren. 

 „#FreiraumNetz18 – Regeln für ein faires Netz“ befasst sich am 23. und 24. Februar mit der Frage, ob Fair Use eine Möglichkeit sein kann, die Medienpraxis junger Menschen vor Kriminalisierung zu bewahren und eine kreative Arbeit mit Medien in Bildung und Jugendarbeit zu ermöglichen. Ob snappen, streamen, tindern oder trollen – Regeln für das digitale Miteinander gibt es (noch) so gut wie keine, sie müssen von allen Beteiligten neu ausgehandelt werden. Beim dritten Jugend- und Netzpolitischen Forum in Frankfurt am Main sollen dazu konkrete Thesen und Forderungen erarbeitet werden. 

Die Digitalisierung des Ackerbaus behandelt am 17. Februar das von Siegrun Höhne geleitete „Bauernfrühstück“. Die Vernetzung digitaler Wetter-Apps mit Datenbanken und die Steuerung mit Hilfe von Satellitensignalen erleichtern und verbessern schon heute das Ausbringen von Dünge- oder Pflanzenschutzmittel, die Landwirte sparen dadurch Zeit und Geld. Weitere Einsparungen sind möglich, wenn das autonome Fahren auf dem Acker Einzug hält. Von präziserer Düngung und Schädlingsbekämpfung könnte aber auch die Umwelt profitieren.

Wohin entwickelt sich der Ackerbau durch die Digitalisierung und wie werden sich die Betriebsstrukturen und das Berufsbild Landwirt verändern? 

Medien in der Krise? 

„Zwischen Fake News und Faktencheck“ ist der Titel einer Veranstaltung, die sich am 13. September mit dem Wert des Journalismus und seiner Entwertung befasst. Die Medien und ihre Macher sind in der Krise. Dr. Tong-Jin Smith, freie Journalistin und Lehrkraft am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin, erläutert die Ursachen. Sie zeigt, wie das Internet und die sozialen Netzwerke die klassischen Medien massiv unter Druck setzen, aber auch Vorteile für den Journalismus bringen können. Zudem macht sie deutlich, welche Gefahren für die Pressefreiheit und die Demokratie entstehen, wenn Mediennutzer sich in „Echokammern“ abschotten und journalistische Berichterstattung von „Lügenpresse“ nicht mehr unterscheiden wollen oder können.

Um Datenschutz im Spannungsfeld von Sicherheit und Kontrollwahn geht es in der Tagung „Der beobachtete Mensch“ vom 5. bis 7. Oktober unter der Leitung von Akademie-Direktor Kramer. Über den Datenschutz und die Überwachung von Bürgern und Staaten durch Nachrichtendienste wird global gestritten. Wie steht es um das Verhältnis zwischen dem Verlangen nach informationeller Selbstbestimmung und dem Anspruch von Regierungen auf Informationen, die für die Sicherheit unbedingt notwendig zu sein scheinen? Ausgehend von diesen Fragen wird diskutiert, wie viel Überwachung – und in welcher Form – unerlässlich ist und ab wann Missbrauch beginnt.

„Im Banne der Bombe“ behandelt am 14. Juni das Verhältnis Nordkoreas zum Rest der Welt, Prof. Dr. Patrick Köllner, Direktor des GIGA Instituts für Asien-Studien in Hamburg, eröffnet Einblicke in die politische, wirtschaftliche und soziale Lage des Landes. Er analysiert die aktuelle Krise, insbesondere zwischen Nordkorea und den USA, und skizziert, wie sich die Eskalationsspirale bremsen ließe. 

200. Geburtstag von Karl Marx

Gleich zwei Tagungen befassen sich mit Karl Marx, der vor 200 Jahren in Trier geboren wurde. Unter dem Motto „Entfremdung und Befreiung“ geht es vom 1. bis 3. Juni um den frühen Marx und die Frage, wie aus seinem philosophischen Frühwerk eine für so viele Menschen tödliche Ideologie werden konnte. Zugleich soll versucht werden, einen möglichst unverstellten Blick auf Marx und seine Anliegen zu werfen. Am 15. und 16. Juni wird die Frage nach der Aktualität des Kapitals gestellt: Karl Marx und die Politische Ökonomie für das 21. Jahrhundert. Außerdem wird es im Mai eine Plakat-Ausstellung mit dem Titel „Karl Marx in der DDR“ geben, die für die Evangelische Akademie konzipiert wurde.

„Zwischen Euthanasie, Normierung und Normalisierung“ ist der Titel einer Tagung vom 4. bis 6. Mai, die sich auch mit der Neuen Rechten und ihren Vorstellungen von Ehre, Gesundheit und Stärke befasst. Menschen bewerten Menschen, und manches Urteil fällt tödlich aus. Warum ist es für Menschen immer wieder so schwer, ihresnichtgleichen auszuhalten, geschweige denn zu akzeptieren? Angesichts aktueller rassistischer Tendenzen wird nach den Wurzeln des Strebens nach Gleichheit, Normalität und Normierung gefragt und dabei die Spur von der Euthanasie im Nationalsozialismus bis zu medizinethischen Fragen der Gegenwart verfolgt. 

In rechtspopulistischen Reden ist das „christliche Abendland“ oft ein Kampfbegriff: Wo kommt dieser Begriff her, ist er nur ein konservativer Mythos und wie könnte die christliche Kultur der Einigung und Weiterentwicklung Europas dienen, ohne damit Ressentiments gegenüber anderen Religionen, Kulturen und politischen Überzeugungen zu schüren? Antworte auf diese Fragen will der ökumenische Studientag am 7. März geben. 

Gleich zweimal befasst sich die Akademie mit „Kunst trotzt Krieg“: Am 21. Februar geht es um die Malerei des 17. Jahrhunderts in Deutschland und Frankreich, die sich mit dem Dreißigjährigen Krieg auseinandersetzt und am 13. Juni um den Ersten Weltkrieg und die Rebellion der Kunst. Beide Vorträge hält Walter Martin Rehahn, untersetzt mit beispielhaften Kunstwerken und Musik. 

Fortgesetzt werden die „Sternstunden der Theologie“, die Vortragsreihe mit Alf Christophersehen widmet sich Teilhard de Chardin und Paul Tillich, die „Wittenberger Kanzelrede“ zum Thema „Gottvergessen: Woran glaubt, wer nicht glaubt“ und zum letzen Mal gibt es am 17. Februar „Luther im Gespräch“ – Friedrich Dieckmann und Friedrich Schorlemmer ziehen ein Resümee ihrer acht Veranstaltungen umfassenden Reihe: Was ist aus Luthers Impulsen in 500 Jahren Reformation hervorgegangen?




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