29.12.2017

Wandalismus im Arsenal-Parkhaus: Rechtsstaat paradox

Blödheit kennt keine Grenzen

Alle Jahre wieder kommt zu den Feiertagen auch die Dummheit in geballter und teurer Form. „Generation doof“ is back - oder als „2.0“ die nächste Vollversion vorhanden. Denn kaum wird es draußen kälter und ungemütlicher, ziehen sich abends scharenweise trotz Verbotsschildern und Wachpersonal reichlich Jugendliche ins Einkaufszentrum Arsenal und das angrenzende Parkhaus. Was dann aber kommt, ist mit normalem Menschenverstand nicht zu erklären. 

Während die einen mehr oder weniger friedlich sitzen und den WLAN-Bereich ausnutzen wie auch die Steckdosen, treten andere sie anschließend von der Wand.  Im Parkhaus wurden in diesem Jahr für 3.000 Euro Beleuchtungsanlagen repariert. Nach einer Woche (!) waren die ersten beiden Leuchten wieder abgetreten, zerstört und in einem Fall ein noch stromführendes Kabel herausgerissen worden. 

Feuerlöscher, die ja zum Sicherheitskonzept gehören und Pflicht sind, werden en masse ausgelöst, der Inhalt herumgesprüht, selbst zum Schwanenteich ums Polizeirevier herumgeschleppt und ins Wasser geworfen.  Sind sie wie vorige Woche erneuert, verging nur das Wochenende. Danach war einer gestohlen und zwei neue Löscher leer. „Witzischkeit“ kennt eben keine Grenzen. Blödheit auch nicht, wenn zwei mutige Knaben mit Fahrrädern und Anlauf gegen die Knickbaumschranke der Tiefgaragenausfahrt fahren - solange, bis diese irgendwann bricht und an  Schrankenbaum und Mechanik ein Schaden von rund 2.000 Euro entstanden ist, aus Dummheit, Langeweile... und weil zerstören so schön ist. 

Das Gute daran ist, dass diese Taten meist nachweislich unter aufzeichnenden Kameras passieren, und das 24 Stunden lang. Das Schlechte, dass es meist strafunmündige Personen unter 14 sind oder sie aus benachteiligten, „sozial schwachen“ Familien kommen und eine schwere Kindheit haben (ich kann es nicht mehr hören, Geld für Smartphone und Bier aber da ist). Und dass Justiz und Datenschutz nicht einmal zulassen, Bilder der Täter bei ihren Taten ohne Beschluss der Staatsanwaltschaft mal öffentlich zu machen und jedes Mal der Einzelschaden als geringfügig behandelt wird, egal wie oft es passiert. Und Haftung dank Hartz IV & Co oft nur schwer durchsetzbar ist. 

Nach drei Jahren Ruhe in den Gerichtsakten, vier Arbeitsstunden Katzen streicheln im Tierheim, wovon zwei geleistet werden, ist keine Lösung in Sicht. Fazit: Rechtsstaat paradox. 

Jens Förster, Wittenberg-Griebo




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