29.12.2017

Betr. Entgegnung auf unsachliche Beiträge zu Glyphosat

Abwegige Vorstellungen

Zwei Leserbriefe zu Gyphosat im „Wittenberger Sonntag“ vom 9.12.17 offenbaren einige recht abwegige Vorstellungen, die anscheinend unter Nicht-Fachleuten sehr verbreitet sind und der Richtigstellung bedürfen. Gern gebe ich den Leserbriefschreibern Oppermann und Fehse und auch anderen Interessierten Gelegenheit, sich durch eigene Anschauung in unserem Betrieb von den Tatsachen zu überzeugen. 

Wir, aber auch unsere Landwirtskollegen, haben nichts zu verbergen, dafür lege ich getrost die Hand ins Feuer. Es ist keineswegs so, daß die Bauern sich nicht an vorgegebene Einsatzmengen halten und dass die Wirkung von Glyphosat „bewiesenermaßen“ nachlässt, sondern: 

1. Die durch Verordnung begrenzten Einsatzmengen von Glyphosat werden selbstverständlich von den Landwirten eingehalten. Verstöße sind derart hoch sanktioniert, dass jeder dafür seinen wirtschaftlichen Ruin riskieren würde. 

2. Kein Bauer käme angesichts der geringen Einkommen auf die Idee, mehr Aufwand für seinen Ertrag zu betreiben als unbedingt nötig. Die erforderliche Einsatzmenge ist für alle Pflanzenschutzmittel genauestens erforscht. Der Aufwand an Glyphosat wurde in den zurückliegenden zehn Jahren deutlich gesenkt. 

3. In Deutschland wird ausschließlich ganz normales Saatgut verwendet, das jeder selbst vermehren kann. Niemand ist auf Gentechnik-Saatgut von Monsanto angewiesen, wie Herr Oppermann meint. 

4. Glyphosat wird nie auf bestelltem Acker ausgebracht, sondern es ersetzt lediglich den Pflug, mit dem ansonsten der Acker mit wesentlich größeren Auswirkungen auf das Bodenleben vor der Aussaat „saubergemacht“ wird. 

5. Für die bei uns beheimateten Pflanzen sind keine Gyphosatresistenzen bekannt. 

6. Zweifel an der Unbedenklichkeit äußert kein seriöser Wissenschaftler, sondern es ist in diesen Fällen immer eine parteipolitisch-ideologischer Interessenlage nachzuweisen. 

7. Wie die Redaktion bereits angemerkt hat – auch die Spuren, die in einigen Biersorten nachgewiesen wurden, sind gesundheitlich unbedenklich. Nicht unbedenklich ist dagegen der enthaltene Alkohol. Für die Herstellung der betroffenen Biersorten wurde ausländische Braugerste verwendet, die offensichtlich teilweise zur besseren Abreife mit Glyphosat behandelt war. In Deutschland ist diese Verfahrensweise verboten. 

8. Es werden weder Bienen noch andere Insekten von Glyphosat in der gebräuchlichen und zugelassenen Konzentration und Menge geschädigt oder abgetötet. Jeder Bauer ist auf Insekten und Bodenlebewesen angewiesen. Beispielsweise müssen auf einem einzigen Hektar Rapsacker (100x100m) mindestens 20 Millionen Blüten mehrfach von Bienen und anderen bestäubenden Insekten angeflogen werden. Das sind auf einem üblichen Feld von 50 ha also über eine Milliarde Blüten! Ich frage mich, wo dann bei dem von einschlägiger Politik und unkritischen Medien als Horrormeldung kolportierten Bienen- und Insektensterben die in den letzten Jahren deutlich angestiegenen Rapserträge herkommen. Die Landwirtschaft trägt mit ihren Blütenpflanzen ganz wesentlich zur Ernährung und Erhaltung der Insekten- und Bienenbestände bei. 

Herr Ulrich Petzold ist übrigens selbst Imker und seine Bienenstöcke stehen inmitten der angeblich „verseuchten“ Felder der Selbitzer Landwirte. Unter der vor 40 Jahren aus Asien eingeschleppten Varroa-Milbe haben alle Imker zu leiden. 

Dr. Friedrich Petzold, Landwirt, Agrargesellschaft Radis




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