Gut besucht war am Mittwoch das Stadthaus zum ersten Rückkehrertag im Kreis Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

Gut besucht war am Mittwoch das Stadthaus zum ersten Rückkehrertag im Kreis Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

27.12.2017

Neue Perspektiven, Heimat, Erster Rückkehrertag im Stadthaus war sehr gut besucht

Neue Perspektiven in der Heimat

Wittenberg (wg). „Mehr als 500 Besucher, mit dieser enormen Resonanz haben wir nicht gerechnet“, erklärt Landrat Jürgen Dannenberg (Linke), „die hohe Beteiligung am ersten Rückkehrertag im Wittenberger Stadthaus sowohl auf Seiten der Arbeitnehmer als auch der Unternehmen zeigt, dass das Konzept stimmt.“ Viele seien gut vorbereitetet gewesen und hätten an den Ständen ihre Bewerbungsmappen abgegeben, sogar einige Arbeitsverträge seien am Mittwoch unterschrieben worden. 

Im nächsten Jahr werde es auf jeden Fall zwischen Weihnachten und Neujahr eine zweite Auflage geben, dabei sei zu überlegen, wie die vier Rückkehrertage an den Standorten Wittenberg, Dessau-Roßlau, Bitterfeld und Zerbst noch besser miteinander abgestimmt werden könnten. 

Mehr als zufrieden zeigt sich auch Harald Wetzel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Anhalt-Bitterfeld, Dessau, Wittenberg, die die vier Rückkehrertage nach dem Vorbild des Landkreises Nordsachsen mit lokalen Partnern vor Ort organisiert hat. „Viele junge Familien haben den Rückkehrertag genutzt, unter anderem aus den Altbundesländern, aber auch Pendler waren dabei, die in Berlin oder Leipzig arbeiten und lieber nach Wittenberg wechseln würden“, sagt Wetzel. 

Die im großen Saal mit Ständen vertretenen 27 Firmen bilden aus Sicht des WFG-Geschäftsführers sehr gut den im Landkreis vorhandenen Branchenmix ab, der von Chemie über Metall bis hin zur Lebensmittelindustrie sowie Gesundheit und Pflege reiche. Bei der zweiten Auflage 2018 rechne er damit, dass sich noch mehr Unternehmen beteiligen werden. „Dann könnte es im Stadthaus eng werden, der Standort ist wegen seiner zentralen Innenstadtlage aber optimal“, so Wetzel. 

Auch Hans Schubert von der NetworkOffice Wittenberg GbR ist mit der Nachfrage zufrieden. Unter dem Motto „Selbständig im Einzelhandel“ warb er für die Schließung von Marktlücken in der Altstadt. Dazu wurde vorab mit Hilfe einer Befragung analysiert, wo es derzeit Bedarfe gibt, ermittelt wurden zum Beispiel Haushaltswaren, Kinderladen, Fischgeschäft und Fischrestaurant, Musikladen, Bodyshop und Schauwerkstatt. „Wir raten Existenzgründern, Netzwerke zu bilden“, so Schubert. 

Viele intensive Gespräche hat Wikana-Geschäftsführerin Yvonne Böhm geführt, das Traditionsunternehmen hat aktuell mit Bäcker, Fachkraft für Lebensmitteltechnik und Mechatroniker drei Stellen zu besetzen. Erfreut über das Interesse an der Stadt Coswig zeigte sich Jeanette Engel: „Wir haben ortsansässige Unternehmen vorgestellt und über kommunale Angebote wie Kitas, Musikschule und Grundschulen informiert.“ 

Frank Flemming, der das Haus „Albatros“ in Trägerschaft des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO) leitet, konnte an seinem Stand mehrere Stellen anbieten wie Sozialpädagoge, Erzieherin, Heilpädagogin und Pflegefachkraft. „Sozialpädagogen haben sich leider so gut wie keine bei uns gemeldet, aber viele, die bereit wären, umzuschulen oder quer einzusteigen“, berichtet Flemming, der Interessierte ausdrücklich dazu aufruft, bei der AWO Wittenberg Initiativbewerbungen abzugeben. 

Hinweis:  

Laut Auskunft von WFG-Geschäftsführer Wetzel soll die Homepage mit den Stellenanzeigen unter www.zurueck-in-die-heimat.de das ganze Jahr über frei geschaltet bleiben.





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