Der Bau der Pontonbrücke über die Elbe aus Anlass des Abschlussgottesdienstes am 28. Mai auf den Pratauer Elbwiesen war ganz wesentlich ein Verdienst von Landrat Jürgen Dannenberg (3.v.r.). Foto: Wolfgang Gorsboth

Der Bau der Pontonbrücke über die Elbe aus Anlass des Abschlussgottesdienstes am 28. Mai auf den Pratauer Elbwiesen war ganz wesentlich ein Verdienst von Landrat Jürgen Dannenberg (3.v.r.). Foto: Wolfgang Gorsboth

26.12.2017

Landrat Jürgen Dannenberg resümiert 2017 und blickt auf 2018

2017 war ein besonderes Jahr

Wittenberg (wg). „Es war ein anstrengendes, ein spannendes und vor allem ein ergebnis- und erlebnisreiches Jahr 2017“, resümiert Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Anstrengend waren die Beratungen und Abstimmungen für die Sicherheitskonzepte, denn der Einsatz von circa 3.000 Polizisten und 2.000 Hilfskräften stellte eine enorme logistische Herausforderung dar.

 „Spannend war der Umgang der verschiedenen Verwaltungen untereinander, in den Beratungen ist eine vertrauensvolle Sicherheitspartnerschaft entstanden und die Tatsache, dass die Bundeswehr sehr schnell ihre Mitverantwortung für den zivilen Bereich erkannt hat“, betont Dannenberg. 

Beim Besuch in Weißenfels beim Sanitätsregiment habe die Bundeswehr zeitnah zugesagt, sich beim Abschlussgottesdienst des Deutschen Evangelischen Kirchentages am 28. Mai 2017 auf den Elbwiesen mit einem Sanitätszentrum zu beteiligen. Und nicht zuletzt stellte die Bundeswehr eine sieben Meter breite Faltschwimmbrücke über die Elbe zur Verfügung, die auf dem Rückweg laut Bundeswehrschätzung von circa 65.000 Personen genutzt wurde, schon beim Aufbau war die Pontonbrücke ein Publikumsmagnet. 

„Die Sicherheitslage war sehr komplex und natürlich hat es Einschränkungen wie die Straßensperren gegeben, dafür wurden wir auch mit besonderen Erlebnissen entschädigt“, sagt Dannenberg. „Obwohl ich Atheist bin, war für mich der Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen eindrucksvoll, er war international und weltoffen, die Predigten und Ansprachen stellten eine Welt der Gerechtigkeit in den Mittelpunkt.“ Das Reformationsjubiläum, das am 31. Oktober des Jahres offiziell mit einem letzten Höhepunkt seinen Abschluss fand, sei erfolgreich gewesen, habe bei vielen Menschen bleibende Erinnerungen geschaffen und sei vor allem friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen.

2017 wurde nicht nur 500 Jahre Reformation gefeiert, es musste auch eine Bundestagswahl organisiert werden, bei der  nur im Kreis Wittenberg  circa 1.000 ehrenamtlich Wahlhelfer zum Einsatz kamen: „Die Bereitschaft, sich in den Wahlausschüssen zu engagieren, ist groß“, bedankt sich der Landrat bei den vielen Helfern.

Zu den eher profanen Dingen gehörte die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, der vor allem an Rad- und Wanderwegen zum Problem wurde. „Wir haben die Herausforderung gemeinsam mit den Städten gelöst, nur Wälder mit größeren Eichenbeständen wurden noch nicht behandelt, dazu stehen wir im engen Kontakt mit dem Landeszentrum Wald, um die Vorgehensweise für 2018 zu besprechen.“

Zwei Millionen Euro wurden 2017 in den Straßenbau investiert, unter anderem für die Ortsverbindung Jahmo-Weddin, die Fortsetzung der Ortsdurchfahrt Söllichau sowie den ersten Bauabschnitt der Verbindung Jessen-Arnsdorf. „Wir würden gern mehr investieren, aber dazu reichen die Landesmittel nicht aus“, kritisiert der Landrat. Im Januar wolle der Landkreistag mit Thomas Webel als zuständigen Minister sprechen, damit im nächsten Doppelhaushalt des Landes mehr Geld für den Straßenbau eingestellt werde, zumal ab 2019 die vom Bund bereit gestellten Entflechtungsmittel zurückgefahren würden. 

Der Kreishaushalt für 2018 wurde bereits am 20. November des Jahres beschlossen, so zeitig wie noch nie zuvor. „Wir haben auch eine Lösung zu der von der CDU geforderten und durchgesetzten Absenkung der Kreisumlage in Höhe von einer Million Euro gefunden“, erklärt Dannenberg. Für das Gymnasium Gräfenhainichen, die Pestalozzischule Wittenberg, die Förderschule Holzdorf sowie das Gebäude des ehemaligen Melanchthon-Gymnasiums Wittenberg habe man die Anträge auf Förderung durch STARK III vorbereitet. 

„Unser Ziel ist es, diese letzten großen Projekte im Schulbau in 2018 zu beginnen“, so Dannenberg, „da die Eigenanteile sehr hoch sind, hoffen wir auf zusätzliche Bundesmittel aus der Schulbauförderung zur Kofinanzierung.“ Hauptkriterium für die Vergabe sind die Steuereinnahmen pro Kopf der Kreisbevölkerung. Vorbehaltlich der Fördermittel will der Kreis im nächsten Jahr 15 Millionen Euro investieren und dafür nach langer Zeit erstmals wieder einen Kredit aufnehmen. 

Ein Höhepunkt ist am 9. Juni 2018 der Tag der Bundeswehr in Holzdorf, dazu werden circa 50.000 Besucher erwartet – „eine gute Werbung für den Standort und für unseren Kreis“, findet Dannenberg. Am selben Wochenende findet in Wittenberg das Stadtfest „Luthers Hochzeit“ statt, zu den großen Herausforderungen dürfte die Lenkung der Verkehrsströme zählen. 

„Was 2004 mit einem Kreistagsbeschluss begann, wollen wir 2018 zu Ende führen“, kündigt der Landrat an. Es geht um Flächen für die Ausbildung der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren und der Katastrophenschutzeinheiten. Am Nordeingang von SKW entsteht derzeit nicht nur die neue Hauptwache der Wittenberger Feuerwehr direkt neben der Werkswehr, hier entsteht auch das langersehnte Ausbildungszentrum, wo zum Beispiel Höhenrettung und die Bekämpfung von Ölbränden trainiert werden können. Insgesamt stehen 14 verschiedene Übungselemente zur Verfügung, der Kreis wird sich für die Laufzeit von 20 Jahren einmieten mit Option auf Verlängerung. 

Ärger bereitet hingegen der Breitbandausbau: Die Landesmittel stehen seit April 2017 zur Verfügung, nur die Bundesmittel sind Fehlanzeige. Deshalb sind in Jessen und Annaburg die Anbieter, die die Ausschreibung gewonnen hatten, wieder zurückgetreten. „Immerhin konnten wir am 4. Dezember die Breitband-Vereinbarungen für Zahna-Elster und für Oranienbaum-Wörlitz samt vorzeitigem Maßnahmebeginn unterzeichnen“, sagt Dannenberg.





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