16.12.2017

Wittenberger Sonntag liest die Rheinische Post

Martin Schulz muss Farbe bekennen

Düsseldorf (ots) - Martin Schulz ist im Begriff, seine Partei auf einen riskanten Kurs zu manövrieren. Kommt die große Koalition, könnte der linke Flügel mit Schulz brechen. Wird eine große Koalition verhindert, kommen nur noch instabilere Modelle wie die Kooperationskoalition oder eine Minderheitsregierung in Betracht. Das wiederum könnte für Schulz bei fast absehbaren Neuwahlen bedeuten, dass er sein Amt räumen müsste. Gleichzeitig bleibt ihm nur dieser eine Kurs. 

Schulz, unter Druck gesetzt von einem Teil seiner eigenen Leute und nicht zuletzt vom Bundespräsidenten, darf sich Gesprächen mit der Union nicht länger verweigern. Die Beschlüsse sind da. Das Land und Europa warten auf eine neue Bundesregierung. 

Wie kaum zuvor in seiner politischen Karriere benötigt Schulz nun all sein Verhandlungsgeschick, um mit seinem Sondierungsteam genug Punkte für die SPD zu sammeln. Doch dazu muss er endlich Farbe bekennen. 

Alle ahnen, dass er für die große Koalition ist. Auch die Unionsseite ahnt das oder weiß es gar schon. Und sie wird Schulz nun ebenfalls unter Druck setzen, klare Ansagen zum Verhandlungsziel zu machen.





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